Auswanderer aus Gechingen/Calw nach Amerika

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    Ahnen-Forscher
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    Liebe Forschungsmitglieder,

    folgendes ist von einen lieben Forschungsmitglied (Fritz Roller) für unsere Seite zur Verfügung gestellt worden:

    Der Zug nach USA

    Für die im Jahre 1852 erneut einsetzende Auswanderungswelle, diesmal nach den USA, dürfte hauptsächlich die zu dieser Zeit wieder einmal recht kritische Lage der Landwirtschaft ausschlaggebend gewesen sein. Trotz Modernisierung und Steigerung der Erträge hatten schlechte Ernten erneut Hungersnöte verursacht, aufgrund des starken Bevölkerungswachstums. So verdoppelte sich allein die Einwohnerschaft von Gechingen von 1772 bis 1852. In den Kirchen-konventsprotokollen der damaligen Zeit ist zu lesen, dass die Armen oft tagelang ohne Nahrung waren und dass auch für Geld nichts zu kaufen war. Insgesamt wanderten 202 Personen aus Gechingen bis ca. 1880 aus.
    Bei manchen mögen auch politische Gründe eine Rolle gespielt haben. So die gescheiterte Revolution von 1848, die viele veranlasste, der Heimat enttäuscht den Rücken zu kehren. Es kann sein, dass auch bei dem Einen oder Anderen Abenteuerlust eine Rolle spielte. Bei den folgenden Personen, die zwischen 1750 und 1765 nach Amerika gingen, war dies sicher der Fall.

    Böttinger, Anna Marg. *12.05.1728
    Breitling, Andreas *01.09.1731
    Diechtel, Joh.Georg *22.07.1720
    Weiß Johannes 1752 Neu England  oo Esther->OSB #522/25
    Weiß, Anna Magd. *25.03.1749
    Schnepf Johann Georg 1752 Neu England  oo 06.07.1734 Margaretha Dreher (Eltern: Johann Jerg Dreher, Bäcker) ->OSB 91/16
    Schnepf, Anna Maria *26.07.1748, in die Neue Welt, Über ihr Schicksal ist nichts bekannt

    Um 1750 wanderte ein Gräber, Johannes, Beck, *07.12.1731 mit seiner Frau Maria Agnes geb. Flick aus Althengstett nach Philadelphia aus – Von ihnen existiert ein Brief über Erbschaftsangelegenheiten.

    Im Königreich Württemberg war die Auswanderung mit verschiedenen Bedingungen verbunden:
    1. Die Person musste volljährig sein.
    2. Der Militärdienst war vorher abzuleisten.
    3. Wegen eventueller Schuldenforderungen waren Bürgen zu stellen – Ab 1850 kamen noch weitere Bedingungen dazu:
    4. 150 Gulden Reisegeld.
    5. Ein Transportvertrag mit einer offiziellen Agentur.
    6. Eine Gebühr für die Entlassung aus dem Bürgerrecht.

    Wer sein Heimatrecht behalten wollte, musste beim Oberamt eine Reisegenehmigung und einen Reisepass beantragen. Wer ohne Genehmigung auswanderte, verlor das Heimatrecht.
    Viele Gemeinden versuchten unliebsame zum Teil asoziale Personen und Familien, die der Gemeindekasse zur Last fielen, nach Amerika abzuschieben. Die Gemeinde bezahlte ihnen die Überfahrt und die Reisekosten, das kam sie auf die Dauer billiger, als die Leute jahrelang zu unterstützen. Sie mussten dafür schriftlich auf ihr Heimatrecht verzichten. Auch von Gechingen sind einige derartige Fälle bekannt. (Siehe Auswandererliste).

    Eine der Auswanderungsagenten war Kaufmann Bock aus Calw, der im Calwer Wochenblatt im Jahre 1849 inserierte:
    „Nur über Bremen nach Amerika!
    Nach vielen Erfahrungen ist die Reise für Auswanderer nach Amerika über Bremen die beste, schnellste und sicherste. Ich rate daher den Weg über Bremen zu machen. Die Kost auf den Bremerschiffen ist sehr gut, die Behandlung vorzüglich, die Verdecke der Schiffe sind geräumig und man zahlt von Bremen bis New York nebst freier Kost 68 Gulden. Am 1. und 15. jeden Monats gehen Schiffe ab.“

    Ein weiterer Calwer Agent war Heinrich Hutten. 1852 stand von ihm folgende Anzeige im Wochenblatt:
    „Spezial-Agentur der 16 regelmäßigen Postschiffe zwischen Havre und New York. Die Abfahrten erfolgen das ganze Jahr hindurch am 4., 11., 19. und 27. jeden Monats.
    Es fahren ab:
    Am 19. Mai Wilhelm Tell 1500 Tonnen mit Kapitän Willard
    am 27. Mai Helvetia 1200 Tonnen mit Kapitän Marsh
    am 4. Juni Admiral 1000 Tonnen mit Kapitän Bliffins
    am 11. Juni Samuel M.Fox 1500 Tonnen mit Kapitän Ainswort
    am 19. Juni St.Dennis 1000 Tonnen mit Kapitän Follausbek
    Den Anverwandten und Freunden derjenigen 67 Personen, welche auf den Schiffen New York und Isaak Bell abfuhren, teile ich mit, dass sie nach einer glücklichen Fahrt von 24 Tagen wohlbehalten in New York eingetroffen sind.“
    Emil Georgii, Generalagent für Bremen und Hamburg, ließ 1884 in das Wochenblatt drucken:
    „Nach Amerika befördere ich jede Woche mit Dampfern des norddeutschen Lloyd ab Bremen á 90.-´Mark
    Mit dem Schnelldampfer á 100.- Mark
    Mit freier Fahrt ab Frankfurt á 110.- Mark
    Über Antwerpen á 80.- Mark
    Mit freier Fahrt ab Mannheim á 95.- Mark
    Über Rotterdam á 80.- Mark
    Mit freier Fahrt ab Mannheim á 90.- Mark
    Über Havre á 90.- Mark
    Alles mit vollständiger Schiffsausrüstung und 300 Pfund Freigepäck, täglich 1/2 Liter guten Rotwein. Kinder unter 2 Jahren frei. Fahrzeit 8-11 Tage.“

    1886 inserierte er:
    „Über Havre mit 200 Pfund Freigepäck ab Straßburg mit vollständiger Schiffsausrüstung. Ein Kind pro Familie ist ganz frei, von 3-8 Jahren ein Drittel, von 8-12 Jahren die Hälfte des Preises. Die Beförderung erfolgt direkt vom Eisen-bahnwagen auf den Seedampfer, so dass keine Kosten entstehen. Die neuen prachtvollen Schnelldampfer von 7200 Tonnen und 8000 PS legen die Reise zwischen Havre und New York in der Regel in 7-8 Tagen zurück.“

    Im Jahre 1859 stand im Calwer Wochenblatt:
    „Aus New York erhalte ich folgendes Schreiben: „Hier kommen oft junge Leute an, ohne Beschäftigung zu finden. Sie haben nur ein paar Taler in der Tasche und wissen nicht, was sie beginnen sollen. Häufig werden sie unter leeren Ver-sprechungen hingehalten, bis der letzte Cent verzehrt ist. Aber hier in unserer Gegend im Staate Ohio finden junge kräftige, nicht arbeitsscheue Leute Arbeit. Es werden gesucht: Grobschmiede, Zimmerleute, Schneider, Schuhmacher, Bauern-knechte, Ärzte, Apotheker, Hauslehrer, Weibspersonen aller Art, überhaupt Leute, die Lust haben zu arbeiten. Es wird sich für jeden ein Plätzchen finden, vor allem auch für Bauernfamilien, auch wenn sie wenig Geld haben. Die Gegend hier ist gesund und die hiesigen Ansiedler durchgängig wohlhabend.
    Im Namen von Dr. Henry Linggen, John Wolf, John Truck, Daniel Kissling, alle in Counties Montgommery, Buttler und Preble. Staat Ohio.
    C. Stählin Notar in Heilbronn.“

    Es fehlte aber auch nicht an Warnungen an die Adresse der Auswanderungswilligen,vor Neppern und Betrügern, die es auch schon damals gab.
    Das Königliche Oberamt Calw gab am 30. Mai 1846 in der Zeitung und allen Schultheißenämtern bekannt:
    „Die Auswanderer werden davor gewarnt, beim Abschluss von Verträgen besondere Vorsicht walten zu lassen, da schon viele Fälle von Betrügereien bekannt geworden sind. Die Schultheißen werden angewiesen, diese Warnung allen Auswanderer ans Herz zu legen. Vor allem sollen die Auswanderer die Reise nicht vorher antreten, bevor sie eine schriftliche Zusage der Schiffsgesellschaft mit Einschiffungsdatum in den Händen halten.“

    Am 17. Dez. 1867 warnte das Oberamt Calw erneut in der Zeitung:
    „Die Auswanderer werden dringend ermahnt, vor ihrer Ankunft in Amerika sich durch keinerlei Vorspiegelungen zur Erwerbung von Eisenbahnbillets verleiten zu lassen. Manche Agenten betrügen ihre Kunden dabei, indem sie 36-180 % mehr verlangen als die Billets kosten. Derartigen Angeboten, von wem sie auch seien, und von wem sie auch ausgehen, sind keinerlei Folge zu geben. Alle Auswan-derungsagenten werden von der königlichen Regierung auf dieses hingewiesen.“

    #4477

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    Insgesamt wanderten 216 Gechinger nach Amerika aus:

    1846 – Bock, Joh.Michael  *12.07.1829
    1832 – Bock, Christ.Luise  *07.06.1809
    1859 – Bosch, Christian Friedrich  *22.09.1829 mit Frau Breitling, Christ.Magdalena  *12.03.1829
    1850 – Böttinger Kath.Rosine  *17.10.1831
    1880 – Böttinger, Jakob Friedrich  *17.02.1860
    1880 – Brenner, Georg Gottlieb  *02.04.1845, Bäcker
    1847 – Breitling, Anna Maria  *18.06.1817
    1847 – Breitling, Friederike  *21.09.1820
    1852 – Breitling, Georg Simon  *30.01.1828 – Breitling verzichtete erst 1879 für sich und seine Familie auf das Bürgerrecht in Gechingen. Er musste sich dabei verpflichten, nie gegen den König von Württemberg zu kämpfen. Als Bürgen gab er Ludwig Gräber an.
    1854 – Breitling, Johannes  *16.01.1834
    1852 – Breitling, Joh.Georg  *01.02.1803, Schneider mit Frau Mörk, Rosine Kath.  *10.04.1808
    Kinder:

    • Eva Kath. *31.08.1826
    • Georg Fried. *20.10.1831
    • Ros.Magd. *24.08.1839
    • Joh.Friederika *01.01.1842
    • Marie Marg. *02.10.1844
    • Luise Christ. *27.05.1849
    • Kath.Barb. *29.10.1853

    1852 nach USA ausgewandert

    1852 – Breitling, Joh.Gottlob  *04.07.1811, Weber, Frau: Müller, Anna Barbara  *11.06.1808, Althengstett
    Kinder:

    • Joh.Friederike *27.01.1837
    • Konrad Fried. *23.11.1838
    • Maria Marg. *21.07.1840
    • Joh.Jakob *12.09.1842
    • Anna Barb. *21.06.1844
    • Joh.Gottlob *01.08.1847
    • Christian Wilh. *14.07.1850

    Diese Familie war zusammen mit Fam. Döttinger #90/12, Fam.Hineise #209/2 und Fam.Gottlieb Mörk #345/7 auf einem Schiff und alle siedelten sich in York County Pennsylviana an.

    1852 – Breitling, Wilhelm Gottlieb  *21.01.1808,Gerber mit Frau: Holzäpfel, Luise Kath. *11.04.1818, Liebenzell
    Kinder:

    • Luise Fried. *24.01.1846
    • Therese Auguste *10.12.1848
    • Karoline Wilhelmine *24.10.1851

    1912 – Class, Rosine Kath.  *22.01.1891  oo Amerika, Dietle
    1912 – Class, Marg.Pauline  *25.04.1894  oo Amerika, Straube

    1852 – Dettinger, Christian Friedrich  *08.01.1816, Maurermeister  +1872 in York County Pennsylviana, war Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg, mit Frau: Nill, Marg.Barbara  *11.11.1815, Iselshausen
    Kinder:

    • Joh.Georg *04.03.1843
    • Kath.Magd. *31.10.1844
    • Jakob Fried. *13.04.1848

    Siehe Vermerk bei Fam.Johann Gottl. Breitling oben.

    1853 – Dettinger, Joh.Georg, Schäfer  *08.07.1835  oo Magdalena Schneider *1811 Dettingen???
    1908 – Dürr, Jakob Friedrich  *18.02.1888

    1856 – Eisenhardt, Joh.Gottlieb  *29.02.1828, zurück + 01.12.1898
    1866 – Eisenhardt, Christian Friedrich  *26.05.1842, Schuhmacher – Über ihn stand am 18.1.1866 im Calwer Wochenblatt: „Der ledige, 23 Jahre alte Christian Fried. Eisenhardt von Gechingen beabsichtigt auf Gemeindekosten nach Nordamerika auszuwandern. Da derselbe die erforderliche Bürgschaft nicht stellen kann, so werden etwaige Gläubiger des Eisenhardt aufgefordert, ihre Ansprüche binnen 30 Tagen bei der Ortsbehörde in Gechingen geltend zu machen, widrigenfalls sie die aus der Unterlassung entstehenden Nachteile sich selbst zuzuschreiben haben würden.“  Eisenhardt fuhr mit dem Schiff „Athena“ unter Kapitän Schilling.

    1868 – Fischer, Christian Gottlieb  *26.10.1848
    1868 – Fischer, Jakob Friedrich  *11.02.1851
    1871 – Fischer, Joh.Ernst  *04.01.1821, Weber
    Kinder:

    • Christiane Gottliebin  *24.05.1853

    Enkel:

    • Karl Philipp  *07.03.1870

    1873 unterschrieb Fischer ein Dokument, in dem er für sich und die Seinen auf das Bürgerrecht verzichtete und keinen Kriegsdienst gegen den König von Württemberg leisten werde. Sollten noch Forderungen gegen ihn auftauchen, nannte er als Bürgen die Herren Friedrich Ziegler, Schultheiß und Joh. Georg Gehring.

    1880 – Fischer, Christian Heinrich  *24.02.1870
    1887 – Fischer, Karl Gottlieb  *28.01.1871
    1883 – Furthmüller, Paul Albert  *06.05.1872

    1852 – Gehring, Christian, sonst nichts bekannt

    1851 – Gehring Dorothea, im OSB nicht bekannt, vielleicht #142/61
    1852 – Gehring, Joh. Jakob  *29.01.1825
    1853 – Gehring, Joh. Konrad  *13.03.1831
    1853 – Gehring, Joh. Georg  *02.03.1834, zurückgekehrt
    1865 – Gehring, Joh. Georg  *09.12.1833
    1853 – Gehring, Joh. Michael  *16.08.1810, Siebmacher mit Frau: Mutschler, Marie Agnes  *27.04.1807, Unterlenningen
    Kinder:

    • Gottlieb  *25.01.1834
    • Christian Friedrich  *20.04.1836
    • Joh. Ludwig  *09.10.1841

    1880 Gehring, Konrad Gottlieb Adam *1.7.1856

    1883 – Gehring, Friedrich  *28.02.1867, Bäcker
    1884 – Gehring, Karl Gottlob  *07.12.1870
    1920 – Gehring, Elise Kath.  *02.10.1902  oo Amerika, Weidanz
    1851 – Ginader, Kath. Magdalena  *12.10.1825
    1851 – Ginader Daniel  *20.12.1829
    1862  – Ginader, Simon Friedrich  *20.09.1839
    1856 – Ginader, Joh. Georg  *07.02.1826
    1875 – Ginader, Joh. Jakob  *25.06.1855  + Amerika 1889
    1862 – Ginader, Anna Magdalena geb. Gräber  *15.01.1816
    Kind:

    • Simon Friedrich  *20.09.1839

    1853 – Gräber, Karoline  *04.03.1832
    1853 – Gräber, Joh. Georg  *10.10.1833  + Amerika  01.02.1854
    1853 – Gräber, Georg Simon  *01.03.1833
    1854 – Gräber, Joh. Jakob  *24.06.1805, Chirurgus mit Frau: Gehring, Regina Marg  *29.04.1811
    Kinder:

    • Jakob Ludwig  *28.06.1838
    • Gottlieb Friedrich  *11.08.1841
    • Karl  *16.02.1844
    • Christiane Magdalena  *17.04.1845
    • Regina  *16.12.1853

    1867 – Gräber, Christian Heinrich  *16.02.1847
    1875 – Gräber, Rosine Kath.  *14.07.1852
    1871 – Gräber, Joh. Jakob  *21.09.1857
    1880 – Gräber, Simon Friedrich  *27.01.1860
    1903 – Gräber, Jakob Friedrich  *24.10.1882
    1846 – Graskunz, Christiane Luise  *27.06.1809 geb. Bock mit Mann +18.10.1841
    Kinder:

    • Joh. Michael  *12.07.1829
    • Karl Ludwig  *09.01.1845

    Der Lebenswandel der Frau fand keine Gnade vor den Augen des Pfarrers. Als er ihr einmal seine deutliche Meinung darüber sagen wollte, kam er nur bis zur Haustüre. Dann aber bekam er etwas zu hören, die Feder sträubte sich, es aufzuschreiben! Er war froh, als das Ärgernis auswanderte.

    1854 – Hagmann, Jakob Friedrich  im OSB nicht feststellbar
    1853 – Hartmamm, Karl Theodor  *22.05.1832
    04.06.1923 – Härtkorn, Hermann Christian, Landwirt  *08.08.1900
    1852 – Heim, Agnes Maria  *20.07.1798
    Kinder:

    • Georg Ludwig  *26.10.1826
    • Friderike  *30.04.1838

    1869 – Heim, Jakob. Friedrich  *17.01.1823, Schreiner mit Frau: Vetter, Elis. Kath.  *19.02.1826
    Kinder:

    • Wilhelm Gottlob  *13.02.1848 (zog ohne Ausreiseerlaubnis wegen noch nicht geleistetem Wehrdienst nach USA)
    • Karl August  *31.03.1851
    • Wilhelm Karoline  *24.04.1853
    • Therese Luise  *13.02.1864
    • Ludwig Samuel  *22.11.1876

    1760/65 – Heim, Johann Georg, im OSB nicht feststellbar, vielleicht #193/16
    1860 – Heim, Jakob Friedrich  *30.03.1841
    1860 – Heim, Georg Ludwig  *26.10.1826, Weber
    1860 – Heim, Joh. Gottlieb  *22.07.1831, Schneider – Heim ging ohne Gemeindegenehmigung weg
    1852 – Heim, Jakob Friedrich  *03.06.1851
    ? – Heim, Christian Ludwig  *20.05.1864
    1852 – Hineise, Gottlieb  *27.11.1819  mit Frau: Schwämmle, Anna Magdalena  *12.11.1812
    Kinder:

    • Beate Magdalena  *25.04.1835 heiratete in Amerika John Palmtag, Seifenhändler
    • Georg Gottlieb  *29.10.1842
    • Kath. Barbara  *30.12.1845
    • Maria Magdalena  *02.07.1850

    Diese Familie war zusammen mit Fam. Breitling #55/91, Fam.Döttinger #90/12 und Fam.Mörk #345/7 zusammen auf einem Schiff und alle siedelten in York County Pennsylviana an.

    1873 – Jehle, Theodor Friedrich  *13.09.1859 – Er wurde durch Zeitungsaufruf öffentlich vorgeladen: „Der 21 Jahre alte ledige Zimmermaler Theodor Friedrich Jehle wird beschuldigt, ausgewandert zu sein, ohne der Militärbehörde Anzeige zu erstatten. § 360 des Strafgesetzbuches. Hauptverhandlung am 15.11.1882 vor dem Schöffengericht Calw.“  Jehle war zu der Zeit schon lange in den USA.

    1854 – Kaufmann, Joh. Friedrich  *24.02.1822
    1869 – Krauss, Anna Magdalena geb. Gräber  *15.01.1816
    Kinder:

    • Georg Adam  *03.09.1847
    • Christ. Heinrich  *22.01.1849
    • Rosina Magdalena  *14.04.1853

    1914 – Krauss, Anna Maria  *01.08.1866
    1914 – Krauss, Rosine Marg.  *04.11.1867
    1869 – Krauss, Johannes  *19.11.1855
    1869 – Krauss, Christian Heinrich  *12.11.1861
    30.11.1923 – Krauss, Karl Ludwig  *18.06.1902, Frisör  + USA 1959
    1923 – Krausshaar, Luise Berta  *15.10.1895  oo Amerika, Uhle
    1923 – Krausshaar, Anna Klara  *08.11.1901  oo Amerika, Hohn
    1888 – Kühnle, Georg Joh.  *29.01.1868
    1863 – Kunzelmann, Jakob Friedrich  *04.02.1832 – 1867 unterschrieb er folgendes Schriftstück: „Der Unterzeichnete, welcher sich seit 3 Jahren in Amerika befindet und sich hier häuslich niederlassen will, bekennt mit dieser Urkunde, dass er auf seine Bürgerechte verzichtet. Gleichzeitig verpflichtet er sich, nicht gegen den König von Württemberg zu kämpfen. Buffalo, 16.August 1867.“

    1883 – Lupp, Ros. Kath.  *29.11.1868
    1883 – Luz, Rosine Kath.  *29.11.1868

    1882 – Mann, Joh. Georg  *19.01.1865
    1882 – Mitschele, Karl Wilhelm  *22.01.1868
    1882 – Mitschele, Philipp Jakob  *15.12.1851  mit Frau: Schmid Marg.  *22.01.1850, Dachtel
    Kinder:

    • Rosine Friderike  *06.11.1878
    • Marie Magdalena  *24.09.1881

    1852 – Mörk, Gottlob  *15.11.1816, Gärtner mit Frau: Gräber, Christina  *04.06.1826
    Kinder:

    • Luise Karol.  *17.01.1840
    • Christ.Marg.  *04.03.1841
    • Gottlob Friedrich  *26.10.1849

    Diese Familie war zusammen mit Fam. Hineise #209/2, Fam. Breitling #55/91, Fam. Döttinger #90/12 auf einem Schiff und alle siedelten in York County Pennsylviana.

    1854 – Mörk, Kath.Barbara  *10.04.1808

    1882 – Naschold, Jakob Friedrich  *24.03.1854, Philadelphia
    1883 – Niethammer, Jakob Friedrich  *13.02.1864
    1852 – Nuoffer, Joh. Martin  *20.02.1814, Gültstein mit Frau: Schneider, Christina Magdalena  *26.08.1825
    Kinder:

    • Christina Magdalena  *31.01.1848
    • Anna Maria  *30.08.1850

    1853 – Pfeiffer, Joh. Martin  *22.07.1804, Pfalzgrafenweiler, Schuhmacher mit 2. Frau: Stahl, Christina Magdalena  *18.04.1816, Schafhausen
    Kinder aus 1. Ehe:

    • Rosina Kath.  *17.10.1831
    • Joh.Martin  *13.12.1834
    • Wilhelm Friedrich  *01.01.1839
    • Margareta  *11.11.1841

    Kinder der 2. Frau:

    • Christina Dorothea  *10.03.1848
    • Anna Maria  *25.03.1849
    • Friederike  *13.07.1851

    1875 – Reisser, Christian Heinrich  *05.08.1851
    1838 – Riehm, Simon Friedrich  *22.03.1812
    1854 – Riehm, Simon Friedrich  *16.06.1834
    1854 – Riehm, Jakob  *01.06.1838
    1856 – Rüffle, Johannes  *29.11.1825
    1803 – Rüffle, Johann Georg, im OSB nicht feststellbar, vielleicht #410/6

    1883 – Süsser, Georg Ludwig  *23.10.1869, Bauer
    1880 – Süsser, Jakob Friedrich  *27.05.1863, Zimmermann
    1853 – Schäfer, Joh. Georg  *08.07.1835, nicht im OSB feststellbar mit Frau: Schneider Magdalena  *19.06.1811, Dettingen
    1854 – Schäfer, Leonhardt nicht im OSB feststellbar

    1838 – Schidascheck, Ursula Maria  *17.10.1797
    Kinder:

    • Eva Rosalie  *28.12.1822
    • Joh. Georg Klink  *26.05.1825
    • Georg Anton Seeger  *17.07.1830 (Vater Georg Seeger)
    • Josef  *28.03.1837

    Sie wurden auf Gemeindekosten mit 550 Gulden nach Amerika abgeschoben. Es spricht für sich, wenn eine Gemeinde derartige Unkosten auf sich nimmt. Georg Seeger mit seiner Familie, 8 Personen, wanderten mit der Schidascheck aus.

    1867 – Schmid, Simon Friedrich  *19.02.1845, Schmied – Dieser beantragte bei der Gemeinde einen Reisezuschuss, da er nur 90 Gulden habe. Unter der Maßgabe, dass Schmid auf sein Bürgerrecht verzichte, stellte die Gemeinde 15 Gulden zur Verfügung.

    1853 – Schneider, Joh. Martin  *09.02.1823, Schullehrer  + 1893
    1854 – Schneider, Kath. Barbara  *25.08.1829
    1861 – Schneider, Marie Agnes  *27.01.1836
    1870 – Schneider, Christian Heinrich  *11.01.1841
    1868 – Schneider, Georg Simon  *06.02.1827, Bierbrauer
    1864 – Schneider, Joh. Jakob  *17.01.1844, Wagner – Bürge war Georg Böttinger, Bernhardt Sohn
    1881 – Schneider, Karl August  *um 1865, sonst nichts bekannt
    1856  – Schneider, Rosine Elisabeth, im OSB nicht feststellbar
    1854 – Schneider, Johann Wilhelm, im OSB nicht feststellbar
    1854 – Schneider, Georg Ludwig vielleicht #447/94
    1890 – Schneider, Georg Ludwig  *18.02.1830
    1860 – Schumacher, Jakob Friedrich  *21.02.1831
    1885 – Schumacher, Jakob Friedrich  *01.04.1864
    1883 – Schumacher, Gottlieb  *23.01.1834, Weber, Totengräber mit Frau: Süsser, Marie Marg.  *13.11.1836
    Kinder:

    • Kath. Marg.  *13.12.1860
    • a. Karl Gottlieb  *14.09.1881
    • Christian  *11.12.1862
    • Maria Barbara  *13.05.1864

    Im Calwer Wochenblatt erschien im Juni 1883 folgende Einladung: „Abschied ! Alle meine guten Freunde und Bekannte, hauptsächlich die Feuerwehr, lade ich morgen Abend zu einem Glas Bier ins Gasthaus zum Adler freundlich ein. Totengräber Schumacher.“ Gleichzeitig erschien ein Gedicht vom Dorfdichter Adam Gehring, genannt Maier-Adam:
    „Nachruf eines Freundes!
    Es wird ein Abschied nun gehalten,
    in Gechingen im Adler hier,
    er soll sich wunderschön gestalten.
    In höchstem Glanz und schönster Zier,
    denn die Musik und der Gesang
    das ist ein lieblich heller Klang.

    Es reisen heute 11 Personen
    von hier nach Nordamerika,
    um jene Landschaft zu bewohnen,
    die keines noch von Allen sah.
    Sie suchen dort ihr fernes Glück,
    des Lebens schönen Augenblick.

    Darunter ist ein Mann begriffen,
    er ist dabei die Hauptperson,
    und lässt sich auch hinüberschiffen
    hin zu zwei Töchtern, einem Sohn,
    die kürzlich nach Amerika,
    sie sind in Philadelphia.

    Der Mann war hier als Totengräber,
    und Steiger bei der Feuerwehr,
    war auch dabei noch Leineweber.
    Manch Leintuch hat gewoben er
    für die, so er gelegt ins Grab,
    er stieg hinauf, er stieg hinab.

    Zum Abschied wurde eingeladen
    besonders auch die Feuerwehr,
    da sie bewiesen große Taten
    bei manchem Brand zu ihrer Ehr,
    das Wasser löscht den Brand behend,
    das Bier, wenn’s in der Kehle brennt.

    So sehen wir uns heut umgeben
    von einer großen Löschmannschaft.
    Es sollen alle sich bestreben
    zu löschen nur mit Gerstensaft,
    ein jeder such nach Herzenslust
    mit Bier zu löschen seinen Durst.

    Wenn wir von Allen Abschied nehmen,
    sie waren allgemein beliebt,
    so soll ein jeder sich bequemen
    da uns ihr Abschied tief betrübt;
    zu guter Letzt erschallen soll
    den Scheidenden ein Lebewohl.

    Wird Totengräber Abschied nehmen
    von seiner Arbeit Totenfeld,
    da schon geflossen manche Tränen
    doch seine Sach ist gut bestellt.
    Wird er von seinen Toten geh’n
    ruft er: Adje, auf Wiederseh’n!“

    1883 – Schumacher, Christoph Heinrich  *18.07.1852  mit Frau: Fischer, Kath.Dorothea  *01.01.1860
    Kind:

    • Friedrich Christian Fischer  *26.05.1884

    1852 – Stahl, Jakob Friedrich  *07.02.1819, Ostelsheim, Schlossermeister mit Frau: Gehring, Christina  *25.06.1821
    Kinder:

    • Ludwig Friedrich  *29.04.1845
    • Regine Barbara  *24.05.1846
    • Karl Heinrich  *05.07.1849
    • Sofie Marg.  *04.05.1852

    1854 – Stängle, Johann Jakob  *02.12.1830
    1854 – Stiegelmayer, Heinrich Wilhelm  *23.05.1839

    1920 – Vetter, Maria  *28.07.1898
    1854 – Vollmer, Joh. Gottlieb  *23.08.1840
    1852 – Vollmer, Luise Pauline  *18.06.1827
    Kind:

    • Jakob Friedrich  *03.06.1851

    1864 – Wolff, Jakob Martin  *11.04.1832, Schuhmacher – Er wollte eine ledige Frau mit mehreren Kinder aus Gültlingen heiraten. Da er selbst mittellos war, lehnte die Gemeinde die Ehe ab, sie wollte nicht noch mehr Arme versorgen müssen. Wolff wollte dann auswandern, aber auch dazu fehlte das Geld. Die Gemeinde gab ihm dazu 160 Gulden. Zwei Brüder von Wolff mussten einen Schuldschein unterschreiben, der seine Gültigkeit erst verlor, wenn Wolff das Auswanderungsschiff bestiegen oder sich in Amerika angesiedelt hatte. Ansonsten waren sie verpflichtet, der Gemeinde die 160 Gulden zu ersetzen.

    1883 – Wolff, Jakob Gottlieb  *06.03.1864
    1883 – Wurst, Christina Luise  *30.11.1864  + Amerika 1888

    1884 – Zech, Johannes  *03.07.1854, zurück 1929,  + 1932 – Als Schiffskoch fuhr er auf allen Meeren. In Sydney gründete Zech ein Feinkostgeschäft. Er heiratete eine Engländerin und hatte 3 Kinder. Zech fuhr weiter zur See und wurde im 1. Weltkrieg in St. Louis bis zum Kriegsende interniert. Seine Frau ließ sich von ihm scheiden, er hat sie und die Kinder nie mehr gesehen. Die Inflation machten seine Pläne in Deutschland eine Hühnerfarm zu betreiben, zunichte. Als 70jähriger kehrte er nach Gechingen zurück, wohnte in einem kleinen Stübchen und trieb Kanarienzucht. Er starb vereinsamt im Jahre 1932.

    1906 – Ziegler, Otto  *07.05.1889

    Im Jahre 1854 machten sich sechs junge Männer aus Gechingen auf die Reise nach Amerika. Sie verließen am 1.3.1854 Le Havre an Bord des Dreimasters „Powhatten“ unter Führung von Kapitän Meyer. Vier Wochen später kam das Schiff vor der amerikanischen Küste in einen schweren Sturm, der mehrere Tage tobte. Am 15. 4. 1854 kenterte das Schiff und 250 Personen, darunter viele Württemberger und unsere sechs jungen Männer ertranken vor den Augen der am Ufer stehenden Menschen, die nicht helfen konnten.
    Es waren:
    Dettinger, Leonhard  *11. 5.1839
    Habmann, Jakob Friedrich  *05.04.1834, Schuhmacher
    Schumacher, Georg Ludwig  *05.04.1835, Schreiner
    Schneider, Joh. Wilhelm  *19.07.1835
    Breitling, Jakob Martin  *24.10.1836, Schuhmacher
    Schäfer, Leonhard  *11.05.1839

    Am 24.5.1854 hielt Pfarrer Klinger in der Gechinger Kirche einen feierlichen Trauergottesdienst.

    Die meisten der nach Amerika Ausgewanderten werden das Land glücklich ereicht haben, allerdings sind auch einige verschollen.

    Ich bedanke mich im Namen aller Mitglieder für die hervorragende Arbeit.

    liebe Grüße Kerstin

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