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Brandenburger Kirchengeschichte

Kirchengeschichte BrandenburgDas Wahrzeichen des Marktfleckens ist die auf dem rechten Frischlingsufer auf einer Anhöhe von 10 m erbaute Kirche, deren hoher Turm weithin über Haff und Huntau grüßt (südlich der Hauptstraße). Sie ist – wie die Kirche in Balga – dem hl. Nikolaus geweiht. Die Nikolauskirche war nicht nur für die Bewohner der Lischke Brandenburg, sondern für das gesamte Kirchspiel, d.h. für alle nach Brandenburg eingepfarrten Orte, erbaut worden. Die Größe der Kirchengemeinde hat sich im Laufe der Jahrhunderte wenig geändert, weil neue Ortschaften entstanden und neue Gebiete wie die Brandenburger Heide mit Korschenruh und Klein Hoppenbruch eingepfarrt wurden. Im Jahre 1528 gehörten zum Kirchspiel: Brandenburg, Tengen, Honigbaum, Schakuhnen, Pinnau, Kamnicken, Morren, Schoschen, Pokarben, 1543 werden außerdem Albehnen und Sandkrug genannt. Um 1650 bildeten die kurfürstlichen Dörfer Pinnau und Tengen und die adligen Güter Schoschen, Imbruch, Agnicken (=Kamnicken), Schakuhnen, Dalbeen (=Albehnen), Sandkrug, Tengen und Pokarben mit zusammen 100 Hufen 24 Morgen das Kirchspiel; der Flecken Brandenburg wird dabei nicht erwähnt. Im Jahre 1817 hatte die Kirchengemeinde 170 Haushaltungen und 1364, um 1890 etwa 2650 evangelische Bewohner.
Von dem im Jahre 1543 erbauten Turm ist nur das Erdgeschoß mit dem zweimal abgetreppten, spitzbogigen Portal das vermutlich mittelalterlichen Ursprungs ist. Der darüber errichtete stattliche, etwa 30 m hohe Turm mit der schiefergedeckten spitzen Pyramide ist 1648 vollendet worden, wie eine große Inschriftplatte im ersten Geschoß über dem Eingang berichtet (Bild unten).
Inschriftplatte

Die Mittel zum Turmbau spendete Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst. Die auf dem Turm stehende Wetterfahne trägt die Jahreszahl 1648 und das ABC in weiterer Reihenfolge eingeschnitten. Im Jahre 1935 wurden am Turm, in dem 2 Glocken hängen, Inststandsetzungsarbeiten vorgenommen und eine neue Kirchenuhr angebracht

Turmbau

 

 

 

 

 

 

Der älteste Teil ist der fast 11 Meter lange und ca. 7 Meter breite Chor. Er ist zwischen 1320 und 1340 auf hohem Landsteinsockel in wendischem Ziegelverband erbaut worden und bildet einen halbrunden, mit einer Halbkuppel überwölbten Raumteil, in dem der Altar steht. Die kreisrunden Nischen im Mitteiteil des Chors stammen aus der ersten Bauzeit „sie passen
Zeichnung Kirchegenau in den Verband hinein und ihre abgefasten Ziegel haben denselben moosigen, gelblich schimmernden Ansatz wie der wendische Verband“. Das Dach ist mit Mönchen und Nonnen bedeckt. Eine ähnliche Apsis gibt es nur noch einmal in Ostpreußen, und zwar in der St. Annenkapelle in Frauenburg, denn der Orden bevorzugte den geraden Chorabschluss. Diese im Halbrund gebaute Altarnische oder Apsis könnte man als romanisch ansprechen.
Im Chor wurde 1380 der Komtur Günther von Hohenstein begraben (Grabplatte), der Brandenburg durch eine Reliquie der hl. Katharina zu einem in der Ordenszeit viel besuchten Wallfahrtsort gemacht hatte.
Der gotischer Kunst zuzurechnen ist dieser Grabstein, der früher auf vergoldeter Messingplatte das Bildnis des Komturs Günther von Hohenstein (+1380) trug.
Der siebenteilige Ostgiebel über der Apsis zeigt breite Staffeln und einfache Spitzbogenblenden ohne Vorlagen, kurze Putzbänder und übereckgestellte Aufsatzpaare. Im Mitteltürmchen ist der Rest von Kantenprofilen sichtbar.

An den Chor schließt sich westwärts der einschiffige Backsteinbau des Langhauses an. Er ist im Lichten 18,36 m lang und 10,41 m breit und dürfte von 1340 bis 1370 mit 1,10 m dicken Wänden erbaut worden sein. Die beiden Langseiten zeigen verschiedene Bauformen.
Die nördliche Längswand ist sockellos und lässt den ursprünglichen Zustand mit Blendengliederung in strenger Form erkennen, ist aber durch rohe Einbrüche und die Angebaute Sakristei und Vorhalle entstellt. Auffallend sind 2 Kreisblenden mit gefasten (abgekanteten) Leibungen (Wölbflächen) nach Osten. Das Hauptgesims ist barock, die Strebepfeiler sind nur im Unterteil mittelalterlichen Ursprungs. Im westlichen Teil ist ein vermauerter Stichbogeneingang erkennbar.

Die südliche Längswand, nach dem freien Felde, ist mehrfach beschädigt und verändert worden. Ihr Feldsteinsockel ist unregelmäßig hoch. über seinem mittleren Teil ist eine Rollschicht eingebaut (hochkantig nebeneinandergesetzte Steine). Auf beiden Längsseiten hat man in Kämpferhöhe der Fenster über einer Verwitterungsschicht das Material gewechselt und ist vom Ein- zum Zweiläufer Ziegelverband übergegangen (vom gotischen zum wendischen), was wohl auf eine Ausbesserung oder auf eine Unterbrechung bei den Bauarbeiten schließen lässt.Der Westgiebel ist durch große, vom Turm überschnittene Blenden aufgeteilt, seine Form ist fortgeschrittener als die des Ostgiebels. Der reich behandelte Nordeingang (innerhalb der vorgebauten Halle) hat spitzbogigen Sturz unter einem Stichbogen und zeigt dasselbe Profil wie am Triumpfbogen.

Das Innere der Kirche wirkt trotz der reichen Ausstattung einfach. Chor und Langhaus sind durch einen spitzbogigen, sehr breiten, beiderseits kräftig profilierten Triumphbogen verbunden. Die im Korbbogen erstellte Bretterdecke ist im Jahre 1702 von C. Winter mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte und ihren Verkündern in naiv bäuerlicher Art bemalt.
Der Beichtstuhl stammt aus der Zeit um 1670. Er hat aber Verzierungen, Ohrmuschelwerk, Rankenwerk und Gehänge, in verschiedener stilistischer Durcharbeitung aus der Zeit um 1690 und ist besonders bemerkenswert wegen des von C. Winter gemalten Bildes mit einem evangelischen Geistlichen, der die Beichte abhört. Das aus der Zeit um 1700 stammende Sitzkissen hat schöne Lederpressung, Früchte und Genien.
Der sechseckige Tauftisch mit dem Zinnaufsatz und den vier eingravierten Evangelisten ist von Julianna Stolin 1633 geschenkt worden. Die eingelassene zinnerne Taufschüssel zeigt die eingravierte Taufe Christi. Über dem Tauftisch hängt ein sechseckiger Deckel in Tempelform mit roskanischen geschwellten Säulchen, er hat die Inschrift: Diese Tauff hatt Barbara Jordanin Gott zu Ehren staffieren lassen Anno 1633. B. Jordan war wohl die Gattin des Amtsschreibers Johann Jordan.

Bild: Altar geschmückt zum Erntedankfest

Altar Brandenburg

Der Altar ist aus überputzten Ziegeln hergestellt. Der 1680 gefertigte Altaraufsatz im reinen Ohrmuschelstil des Barock zeigt in der Predella ein schlecht gemaltes Abendmahlsbild. Im Hauptgeschoß stehen der Kreuzheiland zwischen Maria und Johannes im Mittelfeld. Moses und Johannes der Täufer im seitlichen Schmuckwerk, Petrus und Paulus auf dem Säulengebälk. In der Bekrönung sieht man den auferstandenen Heiland und zwei Engel. Die Figuren, vor allem der Kreuzheiland und der Kopf des Moses, sind gut durchgearbeitet und voller Ausdruck. Die auf der Rückseite des Altars angegebene Zahl 1680 bezieht sich aber nicht auf die Schnitzerei, sondern auf die spätere Arbeit des Malers F. Kaull.

Gegenüber von der Kanzel war die Empore für die Familienmitglieder von der Domäne und dem Gut Tengen. Nach den Erinnerung von Horst-Hartwig von Platen hat sein Großvater oder Urgroßvater der Kirche ein Glasfenster mit Wappen gestiftet (der Familie von Platen oder der Familie von der Goltz?)

Gegenüber von der Kanzel war die Empore für die Familienmitglieder von der Domäne und dem Gut Tengen.
Nach den Erinnerung von Horst-Hartwig von Platen hat sein Großvater oder Urgroßvater der Kirche ein Glasfenster mit Wappen gestiftet (der Familie von Platen oder der Familie von der Goltz?)

Die reich dekorierte Kanzel wird von einem Engel getragen. Zwischen Blumenschnüren stehen die vier Evangelisten und der Erlöser. Die Kanzeltreppe zeigt Petrus und Paulus, über der Treppentür St. Michael mit dem Drachen. Der Schalldeckel ist mit dem Triumphator gekrönt, den rings Engel mit Merterwerkzeugen umgeben. Die Kanzel ist im Jahre 1700 hergestellt und 1702 staffiert worden.

Kanzlei Brandenburg

Orgel KircheBesonders reich war das Gotteshaus an Ständen und Emporen. Das Gestühl im Chor, der Pfarrund Domänenpächterstuhl, ist 1633 von einem von Schlieben gestiftet worden. Es zeigt die Wappen der von Schlieben und der von Tettau, außerdem Nachahmungen von Einlegearbeiten (zum Teil übermalt) von Melchior Breuer und seiner Werkstatt um 1580, ein Gestühl ist mit Philip Schos 1598 bezeichnet. Weiteres Gestühl steht an der südlichen Längswand und stammt aus der Zeit um 1700. Die Füllungen der Emporen im Kirchenschiff sind von C. Winter ausgemalt, besonders die östliche Brüstung der Südseite ist prächtig ausgestattet.
Auch waren Denkmäler und Wappen der Geschlechter Conradt, Burggraf zu Dohna, Hain, Hein, von Königsegg, Lösel, von Podewels und Rentel vorhanden.

Die Orgel aus dem Anfang des 18. Jh steht auf einer reichen Sonderempore über dem Sängerchor, die Pfeifenmäuler tragen Goldmalerei.

Von den Gemälden sei das an der Westwand hängende Jüngste Gericht besonders genannt, das um 1630 entstanden sein dürfte, es erinnert an das Jüngste Gericht des Anton Möller in Arushof in Danzig. Das Bildnis des Pfarrers Georg  Hein (+1740) ist von Leonhard Schorer gemalt. Eine gute, farbig lebhafte Malerei eines niederländischen Malers stellt die Auferweckung des Lazarus auf dem Epitaph des Pfarrers Daniel Nicolai (+1661) auf der nördlichen Empore dar.

Grabplatte BrandenburgUnter den Grabsteinen, die fast alle dem 17. und 18. Jh angehören und als Bodenbelag dienen, ist der des Brandenburger Komturs Günther von Hohenstein (+1380) bemerkenswert. Ob er aus der Grabkapelle des Schlosses hierher verlegt worden ist oder seit der Beisetzung hier liegt, ließ sich nicht feststellen. Seine vergoldete Messingplatte mit eingeritzter Fig ur ist von dem Grabstein entwendet worden. Die schwer lesbare Umschrift der Grabplatte haben C. Steinbrecht und A. Boetticher entziffert und aufgezeichnet:
+ Xpc . Xc . III . jar . und . LX . vorwar . maria . magdalenen . tag . gunth . d . here . tot . lach . von . hoensteyn . d . milde . sich . allher. mein . bilde . seh . uf . her . ist . hi . begraben . got . myse . dy . sele . haben .
(Über dem X stehen 3 Punkte, d..h. dass LX als 80 zu lesen ist.)

Das recht gute Altargerät gehört dem 16. bis 18. Jh an: die beiden zinnernen Altarleuchten sind von 1750, ein silberner vergoldeter Kelch, an dessen Nodus (Wulst) Edelsteine mit den Buchstaben J H S wechseln, ist Ende des 16. Jh hergestellt worden. Eine silberne Weinkanne mit getriebenen Blumen stammt ebenso wie die Weinkanne mit der gravierten Kreuzigung aus dem Ende des 17. Jh.
In die vorreformatorischen Zeit gehört ein granitenes Weihwasserbecken in Schalenform, das an der Nordecke zwischen turm und Langhaus verwittert. Sonst ist von dem in katholischer Zeit gebrauchten Kircheninventar nichts mehr vorhanden. Im Jahre 1541 werden ein silberner Kelch mit einer Patene und zwei silberne Humerale (Schultertücher) erwähnt, 1543 mehrere seidene und samtene Kaseln, zwei Kelche un Patene, acht gute Tücher und sechs Handtücher. Bei der Kirchenvisitation im Jahre 1543 wurde empfohlen, die Kleinodien, Kaseln, Chorkappen u.ä. Dinge, die nicht mehr benötigt wurden, zu Geld zu machen und dies zu hinterlegen. Während des Reiterkrieges waren die Kleinodien abgeliefert worden.

Die Bänke in der Kirche waren früher in Männer- und Frauenstände aufgeteilt und mussten von den Mietern versteuert werden. Beim tode oder Weggange eines Inhabers wurde der Stand an einen andern vermietet. Die Güter Groß und Klein Kamnicken traten z.B. ihre Stände 1702 für 4 Taler an den Amtsschreiber Panring ab. 1738 übernahm Panrings Schwiegersohn Nitsch die Frauenstände der verstorbenen Ehefrau des Chrirurgen Müller.

Die Spitze des Kirchturms war zum Ende des 2. Weltkriegs noch von deutschen Pionieren abgenommen worden, um der sowjetischen Artillerie ein Angriffsziel zu nehmen. Während der Turm aber heute noch steht, ist das Kirchenschiff, das ab 1946 als Kino- und Tanzsaal gedient hatte, wohl völlig abgeräumt worden.

Die Kirchengemeinde Brandenburg besaß recht alte Kirchenbücher, in die die Pfarrer die Taufen, Trauungen und Sterbefälle eingetragen haben. Pfarrer Georg Löselius begann das erste Kirchenbuch zu führen (Trauungen seit 1600, Taufen seit 1602, Sterberegister seit 1613). Jetzt sind nur noch Filme vorhanden der Raufbücher von 1719-1810 und 1874, der Traubücher von 1714-1770, 1800-1810 und 1874, der Totenbücher von 1800-1810 und 1874. (Heimatblatt Heiligenbeil Seite 229 ff und internet Jodocus Döring, Pfarrer, am 6.4.1482 an der Kirche zu Brandenburg eingeführt. 4 J. später ist dort Pfarrer Glogaw)

Vikar Augstin,ein Geistlicher / Priester in der katholischen Ordenszeit versah den Gottesdienst an der Nikolauskirche. Er erbaute 1422 in der Gasse „Hohle Eiche“ ein Priesterhaus nahe dem des Schuhmachers Samland. Darüber war der Schuhmeister des Hauses Brandenburg Klaus Schulz erbost und geriet mit Augstin darüber in Streit. Als dieser am Morgen des 26. November 1422 aus der Burgkapelle bis an eine Treppe gekommen war, wo die Armen Kollatienbier zu erhalten pflegten, überfiel ihn der Schuhmeister Schulz, dem sich der Schmiedemeister Nikolaus Winter hinzugesellte, den der Priester vor etwa 12 Jahren „swerlichen gerouft und geslagen zbd gebeb deb er eynen wedirwillen hatte“. Beide schlugen auf den Vikar Augstin ein, der Schmiedemeister gebrauchte dabei einen hohlen Dachziegel, bis der älteste Priesterbruder des Hauses Erasmus dem Treiben ein Ende befahl. Augstin verstarb nach 14 Tagen. Die beiden Graumäntler wurden 21 Wochen lang in den thorm gelegt und mussten bis Ende Oktober 1423 in die cappen der buessen, also in einem Mantel ohne Ordenskreuz ihre Dienste verrichten.

Kirchturm BrandenburgEs ist wenig bekannt darüber, wie die evangelisch – lutherische Lehre im Kirchspiel Brandenburg Eingang gefunden hat. Der äußere Übergang vom katholischen zum evangelischen Bekenntnis war durch den Übertritt Hochmeister Albrechts und der Ordensbeamten zum evangelischen Glauben, die Auflösung des Ordensstaates und die Bildung des Herzogtums im Jahre 1525 herbeigeführt worden, denn damals herrschte der Grundsatz: cuius regio, eius religio, h.h. wessen das Land, dessen Religion. Der Landesherr bestimmte die Religion seiner Untertanen. Wer sich weigerte, konnte gezwungen werden auszuwandern. Auf den Herzog war auch das Patronatsrecht an der Kirche übergegangen.
Die geistigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Bekenntnissen dauerte sicherlich länger, sie brachten manche Verwirrung, wie das folgende Beispiel aus dem Kirchspiel Brandenburg zeigt:

Im Jahre 1525 hielt sich in der Lischke ein „Weibsbild“ auf das behauptete, in ihm wohne die hl. Dreifaltigkeit. Da die Frau das Volk erregte und zum Aberglauben verführte, sollte sie auf Befehl des Bischofs Georg von Polenz vom 4. Februar an den Stadthalter zu Brandenburg auf einem Keutelpot nach der Nerge übergesetzt und ihr das Ordensland lebenslang verboten werden. Falls sie bruchfällig würde, sollte sie ertränkt werden.

Vikar Augstin, der sein geistliches Amt wohl ein Jahrzehnt an der Nikolauskirche versehen hat, wurde auf dem Hause Brandenburg beköstigt.
Brandenburger KircheSeine Nachfolger haben es ebenso gehalten. Im Jahre 1528 heißt es ausdrücklich: ein caplan vom Schloß sein Behausung wol bey der Kirchen gehabt, aber den tisch zu hoff gehalten hatt. Das Haus in der Hohlen Eiche war also eine Priesterunterkunft, die nur notdürftig eingerichtet gewesen war. Im Arpil 1500 wird dem Vogt zu Brandenburg aufgegeben, darauf zu achten, dass der Pfarrer bei seinem Abzuge die Widdem nicht entplosse, sondern alles um der Kirche Gerechtigkeit willen wie gebührlich darin lasse, damit sich ein Nachfolger desto fruchtbarlicher zu erhalten hette. Im Mai 1500 traf dann der neue Pfarrer Niclos aus Tapiau ein, der sich beim Bischof in Heilsberg vorstellen musste, weil Brandenburg zur ermländischen Diözese gehörte. In evangelischer Zeit, als die Geistlichen verheiratet waren, musste die Widdem erweitert und mit reicherem Inventar ausgestattet werden. Mehrere Klagen und Eingaben der Pfarrer beweisen, dass ihre Wohnung im 16. Jh sehr dürftig war. 1543 wurden am Pfarrhof Arbeiten durchfeführt. 1579 hatte das Pfarrhaus keinen Schornstein, das Haus war stets voller Rauch, so dass einem so drinnen sein mus, die äugen schmertzen, zugeschweigen das er bücher und ander hausrath mehr grewlich verderbt. Auf dem Herd im Hause Feuer zu machen war gefährlich, weil der Söller darüber gar niedrig und schon zweimal ist brennendt worden, schreibt Pfarrer Salomon Hübner und bittet um einen Schornstein und um Verzäunung seines Ackers.

Friedhof Brandenburg

Kirche mit Friedhof

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Widdem (Pfarrgehöft, der Giebel)

Widdem

 

 

 

Die überarbeitete Version des Vorlegeschloßes

 

 

 

 

 

Brief Pfarrer Brandenburg

 

 

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