Rippen (Gut inclusive Erichswalde und Ludwigsthal) im Kreis Heiligenbeil



Eine Sammlung von Dokumenten, Aufzeichnungen und Daten von dem Ort Rippen im Kirchenspeil Pörschken aus dem Nachlass der Ahnenforscherin Karin Rauschning

Amtsbezirk: Rippen, Amtsvorsteher: von Schichau, Rippen, Gutsvorsteher: von Schichau, Rippen, Kirchspiel: Pörschken, Landjägeramt: Ludwigsort, Postanstalt: Ludwigsort.
Rittergut Rippen hatte 1930 über 100 ha Wald, wurde vom Gutsförster betreut

Die Architekten Hopp und Licas bauen 1929/30 Landheim Rippen aus.(Quassowski Buchstabe L S. 331)
Nach der Auflösung des Gutes Rippen 1929 wird das Gutshaus zunächst ein Landschulheim zur hauswirtschaftlichen Ausbildung von Mädchen und zur handwerklichen von Jungen (Heute Sitz des russischen Bürgermeisters)

Bild: Landheim
landheim-rippen

Der Teufelsstein von Rippen

In der Feldmark des früheren Gutes Rippen gab es ein Feldstück, das hieß im Volksmund das Schalkestück. Von diesem Stück Land wird folgende Sage erzählt:
Vor vielen Jahren hüteten Jungen hier eine große Viehherde. Tag für Tag mussten sie auf die Tiere aufpassen. Das war ihnen langweilig. Besonders an einem Sonntagvormittag wussten sie nicht, was sie anfangen sollten. Einer von ihnen sagte „Wir wollen Karten Spielen.“ Und das taten sie auch. Ein großer Stein war ihr Tisch, auf den legten sie die Karten. Da sie nun am Sonntag ein Teufelswerk trieben, erschien auch plötzlich der Teufel in ihrer Mitte und schlug mit seiner großen Hand so kräftig auf den Stein, daß die Karten davonflogen. Die Jungen erschraken furchtbar und liefen zitternd auseinander. Aber auf dem Stein blieb als Warnung der Abdruck der Teufelshand zu sehen. Später hat man den Stein gesprengt und ihn zum Hausbau genommen. Die Fundamentsteine eines Hauses in Schwanis sollen von diesem Teufelsstein herrühren

Bild: Mausoleum

Das Gut Rippen wurde 1928 aufgesiedelt, das Gut Pohren und Gut Laukitten blieben in Besitz von Roderich von Schichau, (er hat das Gut Rippen in Italien verhurt - so hieß es. Seine Frau soll schon vor der Flucht gestorben sein, er ist noch gesehen worden auf einem Bahnsteig eingewickelt in ein Plaid, wartend auf seinen Kutscher -vergeblich?, aber wer will sich schon auf der Flucht mit einem Behinderten belasten, wenn die Front nah ist?

Bild: Urahn, Großvater, Vater und Kind beisammen. Auf dem Stuhl im Vordergrund sitzt der Urahn August Potreck der am 13.7.1932 seinen 88. Geburtstag beging. Der Jubilar ist auf dem Gute Rippen über 50 Jahre tätig gewesen. Der Großvater, der neben ihm steht, ist Hermann Potreck, der am 18.5.1872 in Rippen geboren und z. Zt. Förster bei Exzellenz von Schmidtseck-Perkau bei Schönbruch ist. Der Vater, Walter Potreck, zählt 32 Jahre und steht bei Oberstleutnant von Brandt Pellen als Förster im Dienst. Sein Sohn Siegfried ist über 2 Jahre alt. Er wurde *13.1.1930.

Einwohner im Rippen 1778

Rippen. Adlig

1. Joh. Romahn 40 Jahre
2. Mich. Leber 59 Jahre
3. Christoph Klang 36 Jahre
4. Christian Leber 34 Jahre
5. Christian Schalfcke 49 Jahre
6. Johann Bader 44 Jahre
7. Christoph Sommer 38 Jahre
8. Christian Klang 24 Jahre
9. Gottlieb Klein 23 Jahre
10. Christoph Drescke 33 Jahre
11. Christoph Geschcke 14 Jahre
12. Joh. Ventur 15 Jahre

Einwohner in Rippen 1926

Familienname mit A bis Z
- Roderich von Schichau, Rittergutsbesitzer in Rippen. S125l Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Ferdinand Albrecht, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Gustav Brasch, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Hermann Braun, Instmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Gustav Bresilge, Arthur Borbe *12.8.1898 + 12.10.1970 in Urberach oo Erna geb. Wiedner *10.1.1906 in Lank, Witwe des Fritz Nitsch + 24.4.1945 in Lübeck an Verwundung 2.WK, nun Urberach (Kinder: *in Rippen: Gerhard Borbe *bekannt / Ulrich Borbe *bekannt) emeister in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Gustav Bubbel, Chauffeur in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Walter Diebert, Rendant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Fritz Gerhardt, Oberinspektor in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Otto Gnas, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Wilhelm Hoppe, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Johanne Hoppe, Witwe in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Robert Karp, Förster in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Friedrich Kosack, Instmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Ernst Kosack, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Friedrich Kötzing, Rentenempfänger in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Wilhelm Lange, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Fritz Lenk, Instmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Hermann Lenk, Instmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Heinrich Liebert, Kämmerer in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Eduard Lobien, Maschinenführer in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Karl Mey, Kutscher in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- August Potrek, früherer Gärtner in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Julius Scheffler, Gärtner in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- August Schelinski, Oberschweizer in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Hermann Schmeerberg, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Karl Schulz, Hofmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Emanuel Schwenning, Deputant in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Hermann Wagner, Förster in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Gottlieb Weide, Stellmacher in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Franz Wiechert, Instmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Fritz Wien, Instmann in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926
- Gottlieb Wien, Rentenempfänger in Rippen. S125r Adreßbuch Kreis Heiligenbeil 1926

Haus Nr. 77: Familie Hage hat beim Angriff alliierter Flugzeuge auf Königsberg „verdunkeln“ müssen, wie man bei allen Fenstern – außer dem Flurfenster rechts der Tur – gut erkennen kann.

Dorfmitte um 1934: Familie Stanull, Russlanddeutsche, seit 1929 in Rippen, hat sich vor ihrem Wohnhaus versammelt.
Ruth Holdack geb. Stanull aus Rippen 75 Jahre alt, *13.7.1926 (S.196 Heimatblatt Heiligenbeil 47/2002)
Bundesarchiv: Gustav Stenzel (*10.6.1881 Volhynia +14.12.1971 Bisperode, p.(Vater) Gottfried Stenzel *1852 + 4.1.1927 Mutter: Karoline Schwenning *1854 + 4.5.1911 Volhynia) Aufenthalt von 1918 bis 1919 in Rippen, oo18.2.1914 in Volhynia Christine Witzke *14.3.1896 in Oluka Kreis Lutzk + 4.11.1957 in Bisperode NDS (Kinder: Elsa *10.1.1915 +17.2.1915 / Emil *4.7.1919 + 21.9.1921 / Gerda *1922 + 1922 Huldine *15.3.1926 + 23.4.1926 / Hildegart *+ 30.4.1929 / Erna *5.10.1932 + 8.10.1932 // 1. Adeline *26.2.1921 + 5.11.2010 in Emmerthal, Kirchohsen / 2. Ewald *1924 / 3, Arnold *1927 / 4. Erich *1934 / 5. Elfride *1939 oo Alfred Nowag)

Eltern: OSKAR Willi Abschinski *16.6.1907 in Parsken Kreis Graudenz,kehrte 1947 krank aus französischer Gefangenschaft zurück und + 6.4.1950 in Leck / Südtondern oo 12.12.1936 in Petersort ANNA Bertha Lemke *22.12.1914 in Schwanis, erkrankte 1942, 1945 in Tapiau auf der Flucht verschollen (6 Kinder: *in Rippen: 1. Erika *9.4.1932 nun Idstein/Taunus filius Daniel / 2. Karl-Heinz *bekannt nun Doncaster East Australien / 3. Herbert *bekannt nun Dettum dann Wolfenbüttel / 4. Dora *bekannt in Rippen nun Idstein/Taunus, oo Oehmke / 5. Hans-Ulrich *bekannt nun Hamburg / 6. Manfred *bekannt Heiligenbeil nun Idstein/Taunus) /priv.
Bild 1990 die 6 Kinder der Familie

Rippen Dorfmitte 1934: Bauernfamilie Lengnick auf ihrem Hof mit dem Wohnhaus, das sich im „hofeigenen Teich“ wiederspiegelt

Kurt Lengnick (*2.1.1903 in Grünwalde, (p.(Vater): Friedrich Lengnick Mutter: Eleonore Bohl aus Grünwalde) aus Rippen nun Aschersleben, + 16.6.1985, oo Hulda Lehmann aus Eisenberg (Kinder: Helga *1.6.1929 + 17.7.1929 in Grünwalde / Hellmut *10.6.1930 in Rippen +13.3.1994 in Aschersleben / Gerhard *bekannt in Rippen nun Aschersleben / Christel *bekannt in Rippen nun Aschersleben oo Sommer / Ingrid *bekannt in Rippen nun Aschwersleben oo Schulze / Hans-Georg *bekannt in Rippen nun Aschersleben / Dieter *bekannt in Rippen nun Aschersleben)


Rippen, 30er Jahre:
In diesem Haus wohnt die Familie des Frisör-Meisters Wilhelm Pommerenke

WILHELM Eduard Pommerenke *1893, Frisör-Meister in Rippen, oo Berta +1974 (Kinder: Gerhard +1973 / Hildegard *16.12.1921 in Tiefensee, nun Anklam/Mecklenburg-Vorpommern oo Kuhfeldt, 3 Kinder)

Helmut Meiß oo1942 Erna Köhler, wohnten dann an der Giebelseite der Schmiede Borbe

Rippen, Pannwitzer Weg
Berta Köhler mit Enkel Wolfgang Meiß *bekannt vor dem Haus des Arthur Borbe, Schmiede-Meister

 

Die Kinder der Berta Köhler: Erna 4 Jahre alt und Paul 6 Jahre alt tragen die für die damalige Zeit typischen Sonntagsbekleidung, z.B. Matrosenanzug und Kopfschleife

Rippen, Schölener Weg:
Familie Schäfer vor einem der typischen Siedlungshäuser des aufgelösten Gutes, von den Gebäuden ist heute nichts mehr zu sehen, Familie Schäfer lebt heute in Westdeutschland

Rippen, Pannwitzer Weg 1932:
Familie Löper zeigt sich vor ihrem Bauernhof

Schule Rippen 1934:
Lehrer Ditloff unterrichtet die ersten 3 Klassen der Volksschule, wie damals allgemein üblich, in einem kleinen Raum, Helga Hage, weißes Kleid, ganz links in der 2. Reihe

Schule Rippen 1936 oder 1937:
Lehrer Friese (rechts) und Lehrer Franz Eglinski (links) mit der vierten, fünften und sechsten Klasse, Helga Hage 2.Reihe von vorn, 4. Person von rechts)

Rippen, Schulweg 1933:
Ehepaar Emilie und Wilhelm Busse vor ihrem neuen Siedlungshaus, zu ihren 5 Kindern kommen später noch 4 dazu, der älteste Sohn fällt im 2.WK, von den anderen 8 Kindern leben heute noch sieben.

Rippen, Schulweg 1939:
Hochzeit der Anna Witt *1918 und August Schulz

Rippen, Reichsstrasse 1 1942::
Vor ihrem Wohnhaus die Familie Heise
von links nach rechts: Heinz Heise *1931, Mutter Amalie geb. Reiter *1898 +1971, Vater Gustav Heise *1888 +1951, Schwester Elfriede *1926.

Rippen, 1943:
Frau Margarete Kohn muß, während ihr Ehemann als Soldat dient, sich allein um ihre vier Kinder kümmern. Da Familie Kohn über kein Fuhrwerk verfügt, flüchten Frau Kohn und Ihre Kinder im Februar 1945 zu Fuß und überlebten, trotz der nächtlichen Temperaturen von bis zu -20 Grad.

Ewig bleibst Du unsere Heimat - Pörschken

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