Kirchspiel Balga

Eine Sammlung von Dokumenten, Aufzeichnungen und Daten für das Kirchspiel Balga aus dem Nachlass der Ahnenforscherin Karin Rauschning

Namensliste aus der Datenbank Kirchspiel Balga (z. Zt. 4756 Datensätze online)

Namen mit A, B, C
Adebohr, Adler, Albäck / Albeck / Albaeck, Albrecht, Anies, Anton, Apsel, Arndt, Augustin, Auschwitz

Babel, Bahr, Bähr, Ballasus, Balschinat, Bandt, Banduhn, Baransky, Bartel, Bartsch, Bartz, Basmer / Baßmer, Bastian, Baum, Baumgart, Bechler, Becker, Behnert, Behrendt, Bellgardt, Bendrich, Besmöhn, Besmöhn, Bewernick, Biensfeld, Bilaw, Birth, Blank, Blankenberg, Blech, Bledau, Blöß, Blumberg, Bobeth / Pojeth, Bödder, Bogdan / Bockdahl / Buckdahn, Bohl, Böhm / Boehm, Bollner, Borchart, Bortz, Braun, Brosell, Brunst, Bunck, Büttner

Christian, Clemens, Collien / Kallien
Namen mit D, E, F
Dannowski, Dieck, Dittloff, Domnick, Döpner / Doepner, Dornbusch, Dorsch, Dreier, Dröse, Dunst

Eberlein, Ebert, Eckloff, Eckstein, Eggert, Ehlert, Eisenschmid, Eisler, Engel, Engelke, Ewert

Fabricius, Fallack, Fehre, Feiber, Feint, Finke, Fischer, Fischmeister, Födtke, Forcke, Francke, Freitag, Freudenberg, Friedrich, Fritsch
Namen mit G, H, I
Gehrke, Gehrmann, Gerlach, Gertel, Gerwien, Glagau, Glinka, Gloy, Göritz, Grabb, Greber, Gritzahn, Gurreck, Gutsch, Gutzeit

Hack / Haak, Hagen, Hamann, Hambruch, Hantel, Harder / Harter, Harnack, Hasenpusch, Hecht, Heckmann, Hein / Heyn, Heske / Hescke, Heß, Hildebrandt, Hill, Hinz, Hippler, Hoffmann, Höflich, Höpfner / Hoepfner, Hopp, Hornberger, Huhn, Hülse / Hülsen

Ignee
Namen mit J, K, L
Jahn / Janke, Joswig, Jucks

Kähler, Karlin, Kaschmann, Kasmekat, Kersten, Kinder, Kirchner, Kirstein, Klang, Klapkowski, Kleimann, Klitsch, Klotzki, Klug / Kluge, Knorr, Koch, Köck, Kohn, Kohnert, Kolkowski, König, Korell, Korn, Kossack, Kramer, Kreutz, Kroll, Krüger, Kuhn, Kuhr, Kunert, Kuntz, Küßner / Küssner, Küstzler

Lammert, Langanke, Lange, Lau, Lauser, Laxdehn, Lemke, Liedtke / Lütke, Lindenau, Lobien, Loest, Loheit, Lonnert, Lopens, Löwner
Name mit M, N, O
Mallien, Margenfeld, Marter / Martern, Maser, Meitz, Mentzel, Mey, Meyer / Maier, Michel, Mielke, Mix, Mohr, Möller, Moritz, Möser, Müller, Mürlich

Nabrotz, Nagel, Neumann, Neweck, Nieswandt, Nitsch

Obat, Ohnesorge, Oltersdorf
Name mit P, Q, R
Packhäuser, Paetsch, Paletzki, Partsch, Perbandt, Perlich, Pettelkau, Pick, Pischke, Plog, Potrek / Potreck, Pregel, Preiß / Preuß, Prieß, Pultke, Puos, Putzer, Putzke

Quaas, Quandt, Quednau, Queiß

Raabe, Radtke, Ratzke, Rautenberg, Rehberg / Reheberg, Reimann, Rentel, Richard, Ritter, Robitzki, Rödder, Rogge, Rohd / Rohde, Romahn, Rommel, Roschitzki / Roschetzki, Rosenbaum, Rosenski, Rosinsky, Ruhnau
Namen mit S, T, U
Sachs, Sager, Samland, Samlowski, Sander, Scharff, Scharfschwerd, Scheffler, Schikowski, Schimmelpfenig, Schirmacher, Schlittke, Schmeer, Schmid / Schmidt, Schneider, Schönfeld, Schöttke, Schramm, Schröder, Schulz, Schwark, Schwarz, Schwedland, Schwerwinski, Schwill, Sibert, Siemund, Sienknecht, Silz, Simon, Singmann, Sögnicks / Söcknicks, Sowitzki, Sperling, Sperwin, Spruth, Stegmann, Steinau, Steinke, Sterner, Stolzenwald

Taschinski, Teschner, Thiel, Thimm / Timm, Thurau, Tiedmann, Tilsner, Tischer, Titz, Tolkmitt

Unruh
Namen mit V, W, Z
Vallentin, Venohr, Vogelke, Volkmann, von Bülow, von Glasow, von Kreytzen, von Portugal, von Sanden, von Seeguth-Stanislawski, von Tettau, von und zu Maßenbach, Vorwald

Walter, Wedekind, Wegner, Weinreich, Wenk, Wermke, Werner, Wichmann / Wiechmann, Wiechert, Wien, Will / Wille, Winkler, Winterfeld, Witt, Wohlgemuth, Wohlgethan / Wolgethan, Wölk / Woelk, Wulff

Zebandt, Zeichner, Zierck, Zimmermann, Zink, Zipperke, zu Dohna

Kirchspiel Balga - Datenbank

Zum Kirchspiel Balga (Vorreform) Königlich, 1603 Seelen, 5 Schulen =*, 6L - 4200 M G, 54,05,90 ha - 52000 M PfWB, c. 7 ha PfWL - Bahnstrecke Groß Hoppenbruch 5 km.
Zu den Orten gehören: *Balga u Abbau, *Follendorf, *Gr.-Hoppenbruch, *Kahlholz, Lindenberg, Newecken, Rensegut (Rensekrug), Ritterthal, Romansgut, Schneckenberg, Schrangenberg, *Wolitta.
Der Amtsbezirk Balga umfaßt die Landgemeinden Balga Flecken, Balga Gut, Kahlholz, Lindenberg und Wolitta und den Gutsbezirken Lokehnen, Mükühnen, Partheinen, Wesslienen, Wolittnick und Forstrevier Födersdorf (teilweise)2 (10 Gemeinden/Gutsbezirke).

gedicht-balga
  • Der Mühlenteich zu Hoppenbruch, 9 Morgen groß, 2 Züge haltend, wurde nicht besät. Er enthielt nur Spießfische und wurde für den Tisch des Hauses Balga befischt.
  • Es gehörten ca. 1650 zum vollen Besatz in Hoppenbruch 3 Bauern.
  • Strafe 1607/08 in Hoppenbruch: 5.80 Mk die dorfschaft Hoppenbruch, das sie ihre Pferde uff der Winter saatt zuschaden gehen laßen /EinwLi Hbl 1a S22
  • Bei der Mühle zu Hoppenbruch waren 5 Winterheller mit einem Grundstock und Rinnen, 6 kleinen Stücken und Rinnen in den Dämmen zwischen den Hellern. Weil aber 3 Heller am Anberge lagen, und das Wasser darin schlecht gehalten werden konnte, so ließ der Schloßhauptmann von Auer 3 Heller verfallen.
  • Die Bauern aus Bladiau, Hoppenbruch, Lank und Königsdorf mußten die Samen aus den Hoppenbruchschen Hellern in die Teiche zu Lank und Bladiau verführen.
  • Handfeste seit ca. 1350. Verschreibung Rensekrug 1387: Nach ihr sollte vom Rensekrug bis zum Flüßchen Fedderau und vom Rensekrug bis eine halbe Meile gen Heiligenbeil kein weiterer Kretscham (Krug) angelegt werden Buch Natg
  • 1811 war Gustav IV, König von Schweden Gast im "Ordenskrug" zu Balga
  • 3. 11. 1919: Rittmeister von Glasow in Balga.
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Balga - 483
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Balga, Gut 219
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Follendorf - 145
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Groß Hoppenbruch - 207
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Kahlholz - 217
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Newecken, Gutsbezirk - 36
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Rensegut, Gutsbezirk - 33
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Ritterthal, Gutsbezirk - 39
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde: Romansgut, Gutsbezirk - 48
  • Einwohnerzahl 1.12.1910 der Gemeinde im Kspl. Balga: Schneckenberg u Schrangenberg fehlen

Aufzeichnungen aus dem Kirchspiel Balga

1
Die köllmischen Freien des Amtes Balga nach dem Stand von 1681
Heiligenbeiler Zeitung Sommer 1920

Einen besonderen Stand bildeten früher die köllmischen Freien, kuzr ten Ihre Güter nach köllmischem Rechte, das nach der Stadt Kulm benannt ist. Danach konnte das Gut nach dem Tode des Vaters Söhne und Töchter erben. Er konnte es auch verkaufen. Sie waren frei vom Scharwerksdienst, hatten aber im Kriege einen Reiter mit Roß und Harnisch zu stellen. Das natte man einen leichten Dienst. Da die Freien nur je etwa 4 bis 8 Hufen im Durchschnitt besaßen, leisteten alle Freien eines Dorfes zusammen diesen Dienst. Sie lieferten an Abgagen gewähnlich vom Pfluge (etwa 2 ½ Hufen) 1 Scheffel Weizen und einen Scheffel Korn zu Martini in Balga ab. Dann hatten sie zum Zeichen dessen, daß sie die Herrschaft des Ordens anerkannten (zur urkund oder zum Bekenntnis der Herrschaft) jährlich ein köllmischen Pfennig = 5 preuß. Pfennige und ein Krampfund Wachs abzuliefern. Diese Leistungen bestanden noch, als Ostpreußen längst ein Herzogtum geworden war. Heute sind diese Sonderrechte und Sonderpflichten lange aufgelöst. Seit Aufhebung des Scharwerks bei der Aufhebung der Erbuntertänigkeit 1808 bis 1815 ist auch die gesellschaftliche Sonderstellung der Freien immer mehr verschwunden. Nur in den Kirchen haben sie noch ihr besonderes Gestühl. Viele dieser köllmischen Wirtschaften sind durch Ankauf von Bauernstellen große Güter geworden, andere sind unverändert geblieben. Viele sind, wie die Aufstellung zeigt, noch heute nach Jahrhunderten in derselben Familie, andere sind auf weibliche Linien übergegangen. Von den meisten ehemaligen Freien leben aber noch zahlreiche Nachkommen im Kreise Heiligenbeil.

Die Jahreszahlen geben das Jahr der Gründung oder Verleihung durch den Orden an. Die Originale der Urkunden sind meist noch bei den Besitzern. Abschriften sind im Staatsarchiv zu Königsberg im Schloß.

Vom Jahre 1681 ist noch eine genaue Aufstellung vorhanden. Im ganzen waren 1681 59 Freie, die zusammen 336 Hufen inne hatten.

  • Gallingen ist besetzt mit 3 Freien 1681: George Böhm, Andreas Kantel und Hans Hinzke. Jeder hat 3 Hufen.

  • Steindorf hat 1681 3 Freie: Hans Drews, Peter Böhm und Merten Krüger.

  • Mingen hat 1681 2 Freie: George Hantel und Peter Tolkmit, zusammen 16 1/2 Hufen.

  • Lehnhöfen hat 1681 3 Freie: Peter Höpfner, Christoph und Matthes Tiedemann zusammen 15 1/2 Hufen.

  • Neuwecken hat 1681 2 Freie: Christoph Thiel und George Baumgart zusammen 7 Hufen, leisten 2 Dienste mit Pferd und Harnisch.

  • Kildehnen hat 1681 2 Freie: Peter und Hans Tolkemitt zusammen 12 1/2 Hufen.

  • Bregden hat 1681 1 Freien, Michel Birth mit 4 Hufen.

  • Rohmansgut hat 1681 1 Freien: Friedrich Kantel mit 6 Hufen.

  • Poren (1494) hat 1681 2 Freie: Hans Hantel und Jakob Kroß.

  • Weißels (1398) hat 1 Freien 1681: Friedrich Hantel mit 4 Hufen.

  • Klaußitten (1637) hat 1 Freien 1681 Martin Gruel mit 3 Hufen 20 Morgen.

  • Woydittcken (1623) hat 1 Freien 1681: Christian Götlich, Wildnisbereiter.

  • Gedau (1639) Gedau hat 1681 5 Freie: Friedrich Schulz, Hans Tolkmith, Michel Tolksdorff, Friedrich Radau, Peter Schwark zusammen 22 Hufen, 11 Morgen, leisten 1 tüchtigen Dienst.

  • Oerbabdeb /1498) hat 2 Freie 1681: George Tolkmit und George Sternberg zusammen 16 1/2 Hufen.

  • Preuß. Thierau (1469) hat 2 Freie 1681: George Böhm und Hans Bruchmann, zusammen 12 Hufen.

  • Matternhöfen (1546) hat 1 Freien Jakob Maibaum mit 10 Hufen.

  • Bartken (1495) hat 2 Freie 1681: Andreas Sternberg und George Belgarth, zusammen 9 Hufen.

  • Quilitten (1422) hat 2 Freie 1681: Ambrosius Birth und Michel Gruel zusammen 18 Hufen.

  • Gabditten (1495) hat 2 Freie 1681: Jakob Kienast und Hans Hintzmann zusammen 8 Hufen 10 Morgen.

  • Schleppstein (1493) hat 2 Freie 1681: George Tiedemann und Hans Lange, zusammen 12 1/2 Hufen.

  • Bickiehnen (1560 und 1568) hat 1 Freien 1681: Martin Schröter 5 Hufen.

  • Nemeritten (1425, 1509 und 1508) hat 4 Freie 1681: Peter Radau, Salomin Beyer, Friedrich Mick, Michel Schirrmacher zusammen 13 Hufen.

  • Kupgallen (1494, 1535) hat 1 Freien 1681: Friedrich Steinhagen mit 6 Hufen

  • Bickiehnen (1560 und 1568) hat 1 Freien 1681: Martin Schröter 5 Hufen.

  • Kirschdorf (1358) hat 2 Freie 1681: Peter Ahrend und Friedrich Perband, zusammen 11 Hufen.

  • Mahlendorf hat 2 Freie 1681: Hans Höpner (= Hans Döpner, was auf einen Schreibfehler in jener Urkunde beruht.

  • Die Zahl seiner Nachkommen in den verschiedensten Dörfern des Kreises mit Ausnahme von Preußisch Bahnau ist gar nicht zu zählen und Peter Böhm, zusammen 10 Hufen.

  • Schirten (7 Handfeste von 1319, 1533, 1499, 1534, 1429, 1497 und 1488) 5 Freie 1681: Hans Hübner, George Bötcher, Peter Blumenthal, Christoph Kuhnke, Augustin Böhm, zusammen 26 Hufen.

  • Claußitten (1496) hat 2 Freie 1681: George Behr und Hans Blankenberg gesamt 5 Hufen 20 Morgen.

  • Kupgallen (1614) hat 1 Freien: Christoph Kirschnick 3 1/2 Hufen.

  • Cumgarben (1439 und 1440) hat 3 Freie 1681: Michell Schicknick, George Hartmann, Michel Rob gesamt 12 Hufen

  • Nemmeritten (1487) hat 2 Freie: Framitz-Hermann, Peter Klein mit 7 Hufen.

  • Gedilgen (1584) hat 1 Freien Hans Hagen.

  • Preußisch Bahnau, Gelitten (jetzt zu Pr. Bahnau gehörig) und Wermten gehörten zum Amte Carben.

  • Wohlau (Handveste 1506) 1 Freier in 1681: Jakob Roß mit 6 Huben.

  • Diese Freien werden Freie Bauern genannt, weil sie nicht in Ortschaften für sich allein wohnen, sondern in größeren Bauerndörfern.
  • 2
    Die Chatoullgüter des Amtes Balga
    Gar oft sieht man auf alten Dorftafeln am Wege chatoullgut. Fragt man den Besitzer, was das bedeutet, so kann er meist nur mit einem Achselzucken antworten, daß er sich nie darüber den Kopf zerbrochen hat. Die Chatoullgüter unseres Kreises sind meist in der Zeit des Großen Kurfürsten und seiner Nachfolger gegründet worden. Während die Abgaben der Bauern, Bürger, Handwerker usw. meist in die Kassen des Staates flossen, fielen die Einnahmen aus den staatlichen Wäldern dem Landesfürsten zu, sie flossen in ihre Chatoullkasse. Um nun diese Einnahmen zu erhöhen, waren die Fürsten bestrebt, Teile der Waldungen, besonders an den Randern, tüchtigen Ansiedlern zu übergeben, die sie urbar machten. Die Ansiedler unterstanden nicht dem Amtshauptmann in Balga, sondern dem Kurfürstlichen Oberforstmeister. Um viele Ansiedler heranzuziehen, waren die Bedingungen für den Anbau sehr günstig. Sie erhielten mehrere Freijahre, damit sie den Boden urbar machen und sich Häuser erbauen konnten. Dann wurde das Grundstück oder Gut bemessen oder berahmt und die Ansiedler erhielten eine Verschreibung oder Berahmung, in der auch ihre Pflichten und Rechte festgelegt waren. Sie waren wie die Köllmer frei vom Scharwerk, hatten aber Grundzins, Kopfschoß (Kopfcassise) und Schutzgeld zu zahlen. Der Grundzins betrug je nach Güte des Bodens für die Hufe etwa 2 bis 5 Reichstaler, der Kopfschoß wurde für jede Person mit 30 Groschen berechnet. Manche Chatouller genossen dieselben Rechte wie die Köllmer. Öfters gliederten Köllmer, Schulzen und Adlige ihrem Freigut noch einige Chatoullhufen an.

    Friedrich Wilhelm I. hob die Sonderstellung der Chatouller auf und stellte sie unter die Verwaltung der Ämter, zugleich erhöhte er ihre Abgaben erheblich. In unserem Kreise waren folgende Chatoullgüter nach dem Stande von 1720 (Jahreszahl = Jahr der Gründung), die quadratruten sind bei der Größe fortgelassen.

    Nach der Amtsrechnung von 1720 umfaßten die Chatoullgüter 50 Huben 15 Morgen 261 quadreatruten. Sie brachten ein 130 Taler 14 Groschen 3 Pfennig Hubenzins, 6 Taler 62 Groschen 10 ½ Pf. Schutzgeld, 19 Taler 30 Groschen Kopfaccise (für 58 Personen).

    Nur wenige dieser Güter sind noch in derselben Familie, viele sind auf weibliche Linien oder in fremde Hände übergegangen. Manche sind später geteilt worden, manche sind größere güter geworden, indem sie Bauernstellen aufsogen, einige sind durch die Bauernhängerei ausgekauft worden.

  • Büsterwald (1698) 1 Hube 14 Morgen 1720: Martin Rubin, er hatte Wartendienste im Walde zu verrichten.

  • Heidenhof (1703) 4 Huben 13 Morgen, 1720: Frau Leutnant Heydendorf.

  • Hochcarben 1703 Martin Dickert, 1707 Gottfried Schafhirt, 1712 Ludwig Herholz. Sie hatten alle 3 zusammen 21 Morgen und 50 Ruten. Sie verlegten ihren Wohnsitz nach Rosenberg.

  • Kahlwalde (1703): 1 Hube 23 Morgen 1720 Hans Thurau.

  • Kleinwalde (1709) 3 Huben 26 Morgen 1720 Hans Kleimann und Christoph Ewert.

  • Lauenfeld (1711) 1 Hube 10 Morgen, besitzt der Waldwart in Hermsdorf Friedrich Lang 1720.

  • Leisuhn (1662) 2 Huben hat 1720 die Dorfschaft. Das Original der Berahmung war schon 1720 verbrannt.

  • Neuhöfchen (1662) 4 Huben hat 1720 Christoph Wilk.

  • Neudamerau (1669) 3 Huben 8 Morgen hat 1720 Johann Oehm und Wildnisbereiter Friedrich Schulz.

  • Neu-Damerau (1708) 1 Hube 3 Morgen hat 1720 George Albrecht.

  • Preuschhof (1710) 1 Hube 28 Morgen. 1720 Johann George Preyß

  • Preuschwäldchen (1702) 4 Huben 15 Morgen, davon die Hälfte Acker und die Hälfte Viehweide. Dem Wildnisbereiter Christian Görlitz verliehen. 1720 Christoph Söcknick.

  • Rosenhof (1702) 5 Huben, 1720 Obestleutnant von Brandt.

  • Schöndamerau (1702) 2 Huben 12 Morgen. 1720 Wildnisbereiter Friedrich Schulz (Nachkommen wohnten über 100 Jahre in Wermten, jetzt noch in Schönlinde)
  • Streitswalde (1702 und 1704) 4 Huben 10 Morgen und 15 Morgen, solange der Besitzer den Wartdienst versieht. Der Besitzer Oberwart Johann Marquardt wohnte in Grunau auf köllmischem Schulzengut und brauchte keine Kopfcassise zu zahlen.

  • Vorderwalde (1699) 3 Huben 17 Morgen. 1720 Christian Rosenick

  • Waltersdorf (1685) 2 Morgen 150 Ruten, 1720 Neumanns Erben.

  • Wermten (1615) 3 Morgen. 1720 Hans tolksdorf 2 Morgen, der Schulz 15 Morgen Fabian Heyn 1720.

  • Kopfcassise (Chatoullgut Neu-Damerau) George Albrecht und sein Weib 60 Groschen, George Rentel und sein Weib 60 Groschen, 1 Arbeitsmann Christoph Springer und sein Weib 60 Groschen, 1 Arbeitsweib Maria Eiseler 30 Groschen, gesamt: 2 Taler 30 Groschen
  • 3
    Die Schulzen des Amtes Balga
    Heute wird der Dorfschulze in größeren Dörfern von der Gemeindevertretung, in kleineren von den Gemeindegliedern gewählt. Ehedem war das Schulzenamt erblich und die Dorfschulzen hatten wie die Kölmer zahlreiche Vorrechte vor den Bauern. Die Komture von Balga, die unsere Gegend besiedelten, suchten recht viele Einwanderer festzusetzen, denn je dichter ein Land bevölkert war, desto mehr Steuern konnte der Orden einziehen. Der Komtur übergab einem vertrauenswürdigen Einwanderer ein Stück Land zur Besiedelung. Damit er recht viel Ansiedler heranzog, erhielt er den zehnten Teil der besiedelten Fläche als Eigentum zinsfrei zu kölmischem Rechte. Allerdings hatte er bei größeren Dörfern bei allen Geschreien, Heerfahrten und Kriegen einen leichten Dienst zu leisten, d.h. ein Pferd mit Mann und Harnisch oder in späterer Zeit ein Pferd vors Geschütz. Oft hatte er das Recht, einen Krug oder eine Mühle anzulegen, waren Gewässer in der Nähe, so durfte er zuweilen für seines tisches Notdurft fischen. Durch Verkauf oder Erbteilung wurde das Grundstück später oft geteilt, z.B. in Eisenberg, oder der Krug oder die Mühle wurden abgezweigt. Der Schulze war Richter im Dorfe. Man unterschied kleine Gerichte, wo die Strafe bis 4 Schillinge betrug und große Gerichte, wo sie mehr betrug. Von den kleinen Gerichten erhielt der Schulze den ganzen Betrag, von den großen nur den dritten Teil. Über Fremde und eingeborene Preußen hatte er nicht zu urteilen. Gerichte an Hals und Hand (Todesstrafe und Gliederverstümmelungen) durfte er nicht verhängen, zuweilen aber an Blut und blau (körperliche Züchtigungen). War das Dorf vollständig besiedelt, so ging der Schulze mit den Ältesten und Patleuten zum Komtur nach Balga. Der ließ das Dorf vermessen und durch den Schreibbruder die Handfeste ausstellen, die noch heute – nach 5 bis 6500 Jahren – von manchen Schulzen aufbbewahrt wird. Es folgen nun die einnzelnen Dörfer mit ihren Schulzengütern und dem Jahre der Verleihung der Urkunde. Einzelne Familien haben Jahrhunderte lang das Schulzenamt innegehabt und gehören noch heute zu den bodenständigen Bauernfamilien.

    Im ganzen waren im Amte Balga 1681 28 Schulzen mit 92 Huben und 6 Morgen. Sie leisteten sieben Dienste, ein Pferd vors Geschütz, drei kölmische Pfennige, drei Krampfund Wachs und 50 Mark Zins.

    Im Amte Carben waren 1675 9 Schulzen mit 28 Huben, die 3 ½ Dienste leisteten.

    Durch Jahrhunderte hat sich diese wOrdnung des Ordens bewährt, als aber die Besiedelung dichter wurde, die Verkehrswege besser wurden und die Zahl der Beamten sich vergrößerte, fiel ein vorrecht der Schulzen nach dem andern, zuerst das der Gerichtsbarkeit.

    Wer sich genauer über die verschiedenen ländlichen Stände unterrichten will, der kaufe sich das Buch des Königsberger Gelehrten Dr. Robert Stein „Die ländliche Verfassung Ostpreußens am Ende des 18. Jahrhunderts.“

    Schulzen, welche gleich Bauern das Scharwerk nebst Post bestellen müssen:

    Hoppenbruch (1470) 2 Huben, er soll Briefe vom Amt Balga an die vom Adel und anderen im Kirchspiel Bladiau bringen. 1681 heißt er Fabian Hein.

    Kahlholz (1497) ein Garten, 1681 heißt er Christoph Simon.

    Wolitta (1681) hat kein Land wegen des Schulzenamts, 1681 heißt er Peter Pojet.

    Follendorf (1494) 1681 heißt er Christoph Hoffmann.
    4
    Die Mühlen des Amtes Balga
    Die Ureinwohner unserer Provinz zerkleinerten ihr Getreide meistens mit Handmühlen, von denen noch einige im Prussia – Museum in Königsberg und in der Sammlung im Park zu Schettnienen zu sehen sind. Auch auf dem Steinhaufen manchen Bauernhofes liegt eine, unbeachtet, vielleicht schon zertrümmert. Es war ein muldenförmig ausgehöhlter Stein, in den die Früchte geschüttet werden. Mit einem faustgroßen Stein wurden sie zerrieben.

    Der Orden behielt sich das Recht vor, die Anlagen von Mühlen zu genehmigen. Adlige und Kölmer erhielten das Recht, Mühlen anzulegen. Es gab nur Wassermühlen. Da in jener Zeit noch viele Wälder waren, und die künstliche Entwässerung noch wenig bekannt war, floß das Wasser viel langsamer ab, so daß die Müller das ganze Jahr Wasser hatten. Die Fischerei im Mühlenteiche stand dem Dorfschulzen oder dem Müller zu. Der Müller hatte von jedem Gange eine bestimmte Menge Getreide, Mehl oder eine bestimmte Menge gemästeter Schweine ins Amt zu liefern.

    Vielfach waren die Mühlen Fliehburgen, in denen die Bewohner in Kriegen Zuflucht fanden. Durch Erbteilung oder Kauf wurden die Mühlengrundstücke selbständig.

    Es herrschte Mühlzwang, die Bewohner jedes Dorfes wurden einer Bestimmten Mühle als Kunden zugewiesen. Mahlgeld wurde selten erhoben, statt dessen wurde das Metzgetreide erhoben, vom Scheffel zu 16 Metzen 1 Metz, oder die Kunden hatten das Metzgetreide nach Balga zu fahren, den Mühlenteich zu räumen und die Dämme auszubessern..

    Die Mühlen auf dem Lande gehörten fast durchweg den Adligen.

    Mahlmühlen mit 2 Gängen waren in Wolittnick (1570), Fedderau (1469), Neusieden = Naußeden, Hasselbusch zu Pellen gehörig Bahnau (1632), zu Lindenau, Pochlulen? (1570), Schleppstein, Ahrenstein (1543), Klingbeck (1539), Wilkenith (1510), Partugallehoff (1475), Rödersdorf.

    In Hoppenbruch war die Hausmühle für das Schloß in Balga. Außer Mahlmühlen gab es Schneidemühlen, Lohmühlen und für Tuchmacher Walkmühlen.

    Den 2 Schneidemühlen des Amtes Balga in Wilkenith (1510) und in Arenstein oblag oft die Pflicht, für das Amt eine bestimmte Menge Bretter zu schneiden.
    5
    Die Krüge des Amtes Balga
    Krüge durften nur mit Genehmigung des Komturs zu Balga errichtet werden. Sie hießen in den Dörfern „Kretschen, in den Städten Tabernen (Gastwirt: Kretschner –noch in Familiennamen Kretschmann vorhanden- oder Taber).

    In den Dörfern erhielt meist der Schulze die Erlaubnis, einen Krug anzulegen, entweder frei und quidde, d.h. ohne jede Abgabe oder gegen einen Zins von einer halben Mark.

    Im ganzen Amte waren 24 Krüge, zu denen 25 Huben Land gehörten. Sie leisteten 1675 an Abgaben 176 Mark 12 Sgr, 3 Pf. Zins, 10 Hühner und ein Pferd vors Geschütz. Außerdem waren in Gütern noch adlige Krüge.

    Damit seine Einkünfte nicht geschmälert wurden, durfte kein zweiter Krug eröffnet werden. Wurde in größeren Dörfern ein zweiter Krug eröffnet, so hatte sein Besitzer 2 Mark zu zinsen. Der Krüger schenkte Wein, Meth und Tafelbier. Eine bestimmte Menge Bier mußte er vom Amt beziehen. Den Rest durfte er selbst brauen oder von den Mälzenbräuern in den Städten kaufen.

    Aus diesen Ausführungen, die natürlich nicht vollständig sein können, ist zu ersehen, daß der Krüger den Krug nur als Nebenerwerb hatte, daß er seinen Unterhalt meist aus der Landwirtschaft oder der Fischerei bestritt, daß also der Alkoholgenus nicht so sehr verbreitet war wie heute. Die Krüge waren in der Hauptsache zum Übernachten für Reisende und Fuhrleute in den Dörfern, an der Heerstraße für auswärtige Fischer in den Stranddörfern und zum Unterbringen der Fuhrwerke der Bauern in den Kirchdörfern. In keinem mir bekannten Falle ist ein Krug lange im Besitz einer Familie gewesen.
    Der Krug zu Follendorf wurde 1494 mit 8 Morgen Acker und 4 Morgen Wiese an Michel Simon frisch? Verliehen mit freier Fischerei im Haff mit Säcken, einer Fußwaien? Und allerlei kleinem Gezeuge. Er mußte jährlich ein Schock Quepe? Hinter dem Schloß Balga auf die Steine legen, auf daß die Keuteln nicht Schaden deshalben dürfen wagen. Zugleich wurde ihm das Schulzenamt mit den üblichen Rechten und Pflichten verliehen.

    Der Krug zu Balga wurde erstmals 1447 erwähnt. In der Ordenszeit war er sehr einträglich. Nachdem er lange Zeit wüst gelegen hatte, wurde er 1536 mit Land ausgestattet von Georg von Polen, dem ehemaligen Bischof von Samland und an den Amtsschreiber Georg Thilo (Thiel) frisch verliehen. Außer ihm sollte kein Krug vor dem Hause sein, auch niemand als er gebrannten Wein börnen und schenken. Dazu sollten ihm die Hefen vom Schlosse genönnet und gelassen werden. Er hatte freie Fischerei im Haff mit 15 Säcken und kleinem Gezeuge zu des Tisches Notdurft. Er durfte allerlei Hökerei treiben und außer dem Amtsbier järlich 12 tonnen fremde Biere für fremde Leute und ehrliche Gäpe schenken. Dafür sollte er für die Tonne ebenso wie für das Schlossbier 2 Skot Lagergeld geben ,Urkunde vom 20. März 1559

    Der Krug ist seit 1905 im Besitz der Familie Pultke. Die übrigen Gastwirtschaften sind neueren Datums.

    Den Krug zu Kahlholz, gegründet 1523, bestätigt von Bischof Georg von Polenz 1533. Der Krüger Albrecht Koch erhielt freie Fischerei mit einem Boot, mit Säcken und Netzen, freies Brennholz und Bauholz und die Reyge Wiese am Wege in die Wollitta gegen 9 Mark Zins. Außer der Kruggerechtigkeit 1536 erhielt Lorenz Simon, da ein Krug in Kahlholz nicht mehr ausrechte die Genehmigung, dort noch einen Krug anzulegen. Er hatte wie andere Krüger die Post zu befördern und 3 Faß Amtsbier auszuschenken.

    Der Krug zu Wolitta wurde in dem neuen Dorfe vor der Wolitta 1431 am Andreastage an Hans von Stolzenbergk verliehen. Er durfte Bier, Brot, Fleisch usw. Ausschenken, erhielt 2 Morgen Wiese, 2 Morgen Bruch, durfte 8 Haupt Rindvieh halten und freie Fischerei ausüben gegen 5 Mark Zins. Zwischen dem Hause Balga und seinem Kruge und dem Wasser Wolitta durfte kein anderer Krug gebaut werden. Wenn die Fischer aus Frauenburg hier fischten, durften sie nur aus diesem Kruge oder dem zu Balga Bier holen.

    Ritterkrug (jetzt Ritterthal Kspl. Balga) wurde 1516 verschrieben mit 9 Morgen Acker und 6 Morgen Wiese. Er hatte jährlich 9 Mark zu zinsen, 4 ½ dem Hause Balga und 4 ½ dem Vorbesitzer. Außerdem hatte er 3 Reisen mit 4 Pferden mit Schlitten oder Wagen nach Pellen oder Augam zur Jagd zu leisten.

    In Hoppenbruch wurde der Krug 1576 neu aufgebaut und neu gegen 8 Mark Zins neu verschrieben.

    Der Rensekrug wurde 1387 neu gegen 4 Mark Zins und „1/2 Stein Wachs vor unserer Frauen Bilde auf dem Hause Balga“ verschrieben. Zwischen dem Rensekrug und der Fedderau und ½ Meile gegen Heiligenbeil zu sollte kein neuer Krug gebaut werden.

    Das Wachs war zu Lichten bestimmt, die damals vor dem Bilde der Mutter Jesu im Schlosse zu Balga brannten.
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    Die Bauern des ehemaligen Amtes Balga
    Aus der Heimatgeschichte Hbl Zeitung 09.1921
    Die große Masse der ländlichen Bevölkerung waren die Bauern. Die Vorrechte der Adligen, Freien, Kölmer und Krüger gingen ihnen ab. Wenn vielfach Scharwerksbauern und Zinsbauern unterschieden werden, so waren sie im Amte Balga meist Scharwerksbauern und Zinsbauern zugleich, wie die nachstehende Zusammenstellung zeigen wird. Bei der Gründung der Dörfer übergab der Komtur einem Manne, der sein Vertrauen besaß, dem Schulzen ein Stück Land, das er mit Bauern zu besetzen hatte. Für jede Bauernstelle wurden 1-5 Hufen zugewiesen. Zu große Grundstücke konnten von den Besitzern nicht ordentlich bewirtschaftet werden, da sie nicht genug Pferde, Vieh und Menschenkräfte zur gründlichen Bearbeitung hatten. Bei ihnen blieb manchmal ein großes Stück unbebaut. Im allgemeinen bildeten etwa 3 Hufen eine Ackernahrung. Der Zusammenkauf mehrerer Bauernstellen wurde nicht geduldet. Dann wäre die Zahl der Ackernahrungen zurückgegangen und die Zahl der Besitzlosen wäre gestiegen. Auch eine Zerteilung und Zersplitterung wurde nicht geduldet. Durch die dauernd gleich bleibende Zahl der Bauernstellen wurde die Feststellung der Lasten, Abgaben und Scharwerke erheblich erleichtert, Gesinde konnte der Bauer schwerlich einstellen, denn durch die vielen Kriege, Seuchen (Pest, Cholera) und Hungersnäte war es der Herrschaft selten möglich, alle Bauernhöfe immer besetzt zu halten. Wer bei seiner Heirat über ein Paar kräftige Hände zur Arbeit verfügte, konnte im Amte leicht ein Bauernerbe erhalten.

    Wenn der Bauer nur die Arbeitskraft von sich und seiner Frau, seinen Söhnen und Töchtern zur Verfügung hatte, mit hölzernen Pflügen, Eggen und Wagen arbeiten mußte, reichten jene 2 bis 5 Hufen gerade zum notdürftigen Leben hin.

    Auf die große Not im 30-jährigen Kriege weist folgende Bemerkung in der Amtsrechnung von 1610 hin: Die meisten Bauern sind bei dem schwedischen Kriege ganz verarmet und alle um das Ihre gekommen. Obwohl dieselben noch auf den Erben wohnen, so haben sie doch ihren Besatz wegen der immer verheerenden Durchzüge nicht wieder überall schaffen können, also ist von ihnen bis daher nicht zu erpressen gewesen. Die Haferschuld mußte demnach gestrichen werden.

    Der Bauer (Ackersmann, Bauersmann und Mitnachbar) war nicht Herr über das Grundstück, das er bebaute, er hatte es nicht gekauft, sondern die Herrschaft hatte ihn hierauf gesetzt und konnte sein Grundstück mit einem anderen besetzen, wenn er den Hubenzins nicht zahlen konnte, oder nicht zum Scharwerk kam oder wenn er das Land wüste liegen oder die Gebäude verfallen ließ. Nur die Herrschaft hatte das Recht, seinen Hof, wenn er alt war (altershalber) mit seinem Sohn oder Schwiegersohn zu besetzen. Waren die zur Übernahme nicht geeignet, so konnte die Hofstelle ohne weiteres mit einem Fremden besetzt werden.

    Pflichten der Bauern:
    Zeitung Hbl 25.9.1921

    Der Bauer hatte zunächst den Hufenzins zu entrichten, von der Hufe je nach Güte des Bodens etwa 5 Mark Geld, 3 Scheffel Hafer und 2 Hühner. So gering uns das heute erscheint, so waren die Bauern doch manchmal nicht in der Lage, diesen Zins aufzubringen, wie es die Amtsrechnungen Jahr für Jahr bezeugen. Zu den Amtshöfen in Balga und Carben gehörten große Ländereien, Wälder und einzelne Seen und Fischteiche. Diese Ländereien wurden ausschließlich von den Bauern beackert, gepflügt, besät und abgeerntet. Aus den Wäldern hatte jeder Bauer jährlich 1/8 Holz abzufahren (= 1 Stoß 5 Fuß langer Kloben, der 5? Fuß breit und 9 Fuß hoch). Die Fischerwirte in den Haffdörfern hatten die Seen und Teiche im Lande alljährlich zu befischen. Für 1681 waren folgende Scharwerksleistungen gestgesetzt und ausgeführt worden: 1. Garnisongelder von der Hube 30 Groschen, 2. Hufbeschlag, 3 Groschen, 3. Böttelgeld 3 Groschen, 4. in den Fischerdörfern vom Wirt 4 Groschen Heu- und Strohsch.. vom Wirt 7 Groschen, 5. Alles Scharwerk von dem Vorwerke zu verrichten und die Fische von den Teichen zu verführen, 6. die Wiesen vom Vorwerk Balga, Schäferhof und der Stuterei zu schlagen und zu austen, 7. Postfuhren nach Königsberg und anderen Ämtern zu verrichten, 8. Kirchen und Schulen helfen in baulichem Wesen erhalten, 9. Dezem, was die Kirchen verordnet haben, 10. Wege und Stege in ihren Grenzen bessern und erhalten, 11. Die Die Stellstätte in den Wildnissen (Gestelle, Wege in den staatlichen Wälern) räumen helfen, 12. Von jeder Hube ¼ Pellautsches? Korn geben, 13. Außerdem waren jedes Jahr verschieden hohe Kontributionen zu zahlen.

    Ursprünglich bestand die Pflicht zum Tagesscharwerk, d.h. die bauern hatten an einer bestimmten Anzahl von Tagen, etwa 40 bis 60 im Jahre, auf dem Hofe zu allerlei verschiedenen Diensten, die zu einer Landwirtschaft gehören, zu erscheinen. Nach und nach wurden aber die Amtshöfe mit vollem Besatz ausgestattet (Pferden, Vieh, Wagen, Ackergeräten) und an die Stelle des Tagesscharwerkes trat das für den Bauern bequemere Planscharwerk, d.h. jedes Dorf hatte einen Plan zu bearbeiten, eine Wiese zu schlagen, oder einen Acker zu pflügen, zu eggen, zu besäen oder abzuernten. Unter Friedrich dem Großen wurde auch das mehr und mehr abgeschafft, in den meisten Dörfern 1779. Die Bauern mussten damals das Recht aufgeben, aus den staatlichen Wäldern freies Bauholz zum Neubau und zu Ausbesserungen der Gebäude frei zu holen. Dafür durften sie über ihre Höfe frei verfügen und sie auch verkaufen, allerdings nur mit dem vollen Besatz und mit Genehmigung der Kriegs- und Domänenkammer. Alles Scharwerks waren sie nun ledig, nur die Hand- und Spanndienste für Kirche, Schule, Gemeinde und für das Heer blieben. Das volle Verfügungsrecht über ihr Erbe erhielten sie bei Aufhebung der Erbuntertänigkeit durch Gesetz nach dem unglücklichen Kriege. Die Zinsbauern waren nun Hochzinser geworden, weil der Zins erhöht worden war. Infolge der immer mehr sinkenden Kaufkraft des Geldes war es ihnen leicht, im Laufe der Zeit diesen Hufenzins abzulösen, so daß es heute wohl nicht mehr viele Hochzinser geben dürfte. Wer sich genauer über die rechtlichen Verhältnisse der Bauern von 1808 unterrichten will, der studiere das Buch von Dr. Stein: Die ländliche Verfassung Ostpreußens, Verlag: Fischer in Jena. Es sollte eigentlich in keinem Bauern- und Gutshause fehlen. /75

    Es folgt nun eine Zusammenstellung aller Zinsbauern in den Dörfern des Amtes Balga nach dem Stande von 1681. Da die Nachkommen vieler dieser Bauern noch in den betreffenden Dörfern oder doch im Kreise wohnen, sollen sie namentlich aufgeführt werden

    Hoppenbruch hatte 9 Hufen, darunter 5 Zinshufen, von den letzten waren von der Hufe zu zinsen 6 Mark Geld und 3 Scheffel Haber. Sie waren besetzt mit Martin Mohr 1 Hufe, Peter Hagen 1 Hufe, Hans Drauschke 1 Hufe, Jakob Engelke 1 Hufe, George Wiechert 1 Hufe, Peter Kuntz 1 Hufe.

    In den Fischerdörfern wohnen keine Bauern, sonder die Fischerwirte, deren Hauptbeschäftigung der Fischfang war.

    1681 hat Balga. Grund und Ackerzins zahlten ans Amt: Matthes Wieck, Koch 6 Mark, Martin Schwenk Schuster 6 Mark, Lorenz Braun 3 Mark, Michel Wolf 3 Mark, Barthel Weiß 6 Mark, Fritz Bär 3 Mark, Joachim Schwedland Bräuerknecht 3 Mark, Hans Witt 6 Mark, Andreas Zimmermann Witwe 6 Mark, George Schart 6 Mark, Michel Tolksdorfen Witwe 6 Mark, Andres Helmer Organist 6 Mark, Matthes Hoffmann 6 Mark, Hans Eberling 9 Mark, Hans Schröter 6 Mark, Christoph Arndt 3 Mark, zusammen 88 Mark.

    1681 hat Kahlholz, 2 Hufen 28 Morgen, 21 Wirte. Schulz und Krüger ist Simon. Die Einwohner haben freie Fischerei im Haff mit Säcken und Netzen und Zinsen je 3 Mark zu Martini. Christoph Rode, Hans Rentel, Hans Harnack?, Martin Rentel, Hans Korn, Michael Zipper, Pfilipp Dornbusch, George Korn, Stephan Tiedemann, George Rentel, Martin Ritter, Peter Tiedemann, Friedrich Rünau, Hans Harnack, Martin Engelke, Ventur Kohnert, Hans Rosensky, Bartel Tiedemann, Martin Rünau, George Stegemann?. Ein wüstes Erbe hat die Dorfschaft.

    1681 hat Wolitta. 1 Hufe Wiesenwachs, mit 12 Wirten und dem Krüger Peter Poset?. Die Einwohner haben die Gerechtigkeit, mit Säcken und Netzen im Haff zu fischen und Zinsen je 2 Mark 30 Pfennig. Michel Teschner, Chsistoph Schmeer, Simon Harder, Jakob Feuerke, Michel Korn, Michel Harder, Ambrost Dick, Martin Teschner, Peter Pojet, Volltin Teschner, George Korn, Martin Lammert, ? 40 Mark bezahlt die Dorfschaft von 4 unbesetzten Erben?.
    1681 hat Follendorf. 1 Hufe 28 Morgen, .. und 20 Morgen sind mit 12 Wirten besetzt, die jeder ? Mark Zinsen. 10 Morgen hat Jakob Engelke zu kölmischen .. gegen 2 Mk. Zins. Krüger Christoph Hoffmann zahlt .. Mark Krugzins. Die Einwohner haben die Gerechtigkeit, .. mit Säcken und Netzen zu fischen. Christoph Hoffmann, Martin Ritter, Jakob Rode, George Hoffmanns Wittwe, Matthes Hoffmann, Jakob Engelke der Jüngere, George Wohlgethan, Christoph Tiel, Michel Ritter, George Hoffmann, George Thiel hat ein wüstes Erbe, Jakob Engelke.

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